Francesca Catellani (47) hat in Schweden ihre neue Heimat gefunden. Trotz mancher Herausforderungen schätzt sie das Sozialsystem und die gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Francesca Catellani (47) hat in Schweden ihre neue Heimat gefunden. Trotz mancher Herausforderungen schätzt sie das Sozialsystem und die gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Francesca Catellani wanderte vor fast zwei Jahrzehnten nach Schweden aus. Heute arbeitet die 47-jährige Akademikerin aus Reggio Emilia als Forschungsassistentin an der Universität Lund und wartet auf ein Doktorat. Eine Rückkehr in ihre Heimat schließt sie derzeit aus, wie sie in einem Interview mit dem italienischen Nachrichtenportal „Il Fatto Quotidiano“ berichtet.
Für ihren Verbleib im Norden nennt Francesca vor allem das schwedische Wohlfahrtssystem. Dieses ermöglichte ihr unter anderem, mit 40 Jahren ein zweites Masterstudium in Biomedizin zu absolvieren. Der schwedische Staat unterstützt Studierende mit Zuschüssen und zinslosen Darlehen bis zum Alter von 50 Jahren. Auch das Familienleben werde durch rund 500 Tage Elternzeit sowie günstige Kita-Gebühren und kostenlose Schulmaterialien massiv erleichtert.
Gegenüber „Il Fatto Quotidiano“ äußert sich die Forscherin deutlich über ihre Zukunftspläne. „Stand heute gibt es für mich keine Bedingungen, unter denen ich nach Italien zurückkehren würde: Meine Familie ist hier. Sollte ich zurückgehen, möchte ich dieselbe wirtschaftliche Sicherheit haben, die ich in Schweden genieße“, sagt die Wissenschaftlerin.
Dennoch sieht die Forscherin auch deutliche Probleme im skandinavischen Land. Dazu gehören schwierige Integrationsprozesse in Großstädten sowie Sparmaßnahmen im Bildungs- und Gesundheitssystem. Zudem vermisst sie die italienische Geselligkeit und die Leichtigkeit, neue Kontakte zu knüpfen.
Wie sie im Gespräch mit „Il Fatto Quotidiano” betont, schätzt sie vor allem die Sicherheit des Systems: „Ich weiß, dass ich mich auf ein funktionierendes Arbeitslosensicherungssystem verlassen kann und dass der Arbeitsmarkt genügend Alternativen bietet, falls ich meine akademische Laufbahn nicht fortsetzen kann. Hier versteht man, dass Forschung und Innovation die Zukunft des Landes sind.” Das mache Schweden in Francescas Augen zu einem Vorreiter und schaffe viele Arbeitsplätze.
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Immer mehr Menschen in Deutschland denken über einen Neuanfang im Ausland nach. Laut der Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“ plant bereits rund jeder fünfte 14- bis 29-Jährige, auszuwandern, um seine Lebensbedingungen zu verbessern. Als wichtigste Gründe nennen die Befragten bessere Karrierechancen, höhere Einkommen, eine bessere Work-Life-Balance sowie die hohe Steuer- und Wohnkostenbelastung in Deutschland.
Laut des statistischen Bundesamtes lebten Anfang 2024 rund 33.400 Deutsche in Schweden. Damit gehört Schweden zu den Top 10 der beliebtesten europäischen Auswanderungsziele für Deutsche – hinter der Schweiz, Österreich, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Italien, aber vor Dänemark und Finnland.