Ein Bäcker verlässt Mailand und eröffnet in einem kleinen Dorf eine eigene Bäckerei. Heute verkauft er sein Brot nur noch an einem Tag pro Woche.
Ein Bäcker verlässt Mailand und eröffnet in einem kleinen Dorf eine eigene Bäckerei. Heute verkauft er sein Brot nur noch an einem Tag pro Woche.
Der junge italienische Bäcker Massimo Ingegni hat den Schritt aus der Großstadt gewagt und in einem Dorf mit rund 1000 Einwohnern eine eigene Backstube eröffnet. Vom Gourmetverlag Gambero Rosso wurde der 31-Jährige nun für das Projekt „Ingrano Forno Artigianale“ mit einem Preis ausgezeichnet.
Das Besondere an seinem Konzept: Der Bäcker hält an einer klaren Linie fest. Er reduziert nicht die Preise, sondern setzt auf Qualität. Aus gesundheitlichen und organisatorischen Gründen hat er die Öffnungszeiten sogar ausschließlich auf samstags beschränkt.
„Ich erklärte den Kunden, dass sie Brot entweder im Laden bestellen oder mir eine Nachricht schicken können. Ich freue mich, dass diese Entscheidung so gut angenommen wurde“, erzählt Ingegni gegenüber Gambero Rosso.
Ingegni arbeitete sich zuvor in einer Mailänder Handwerksbäckerei hoch. Dort leitete er zuletzt die Produktion und das Team. Im Jahr 2023 eröffnete er seine eigene Bäckerei in dem kleinen Ort Mercatello sul Metauro in den italischen Marken. „Fast den ganzen Tag stand eine Schlange vor der Tür. Ich konnte es kaum fassen“, so der Bäcker. Heute arbeitet Ingegni zusätzlich mit Hotels und Restaurants zusammen.
Wie in Deutschland verschwinden auch in Italien immer mehr klassische Bäckereien. Daten von „Statista” zeigen einen Strukturwandel hin zu größeren Betrieben, Supermarkt-Backstationen und industrieller Produktion. Der italienische Handwerksverband Confartigianato warnt seit Jahren vor einem strukturellen Fachkräftemangel im Lebensmittel- und Handwerkssektor.
Laut dem deutschen Magazin „Bäckerereihandwerk” arbeiten immer mehr Bäcker wie Massimo Ingegni. Die Vorteile: Durch Vorbestellungen und reduzierte Öffnungszeiten lassen sich Lebensmittelverschwendung, Personalengpässe und die hohe Belastung durch frühe Arbeitszeiten deutlich verringern.