Der Polizeieinsatz im Freibad Kehl ist mehr als ein Einzelfall. Warum wir jetzt handeln müssen, damit Freibäder sichere Orte für Familien bleiben.
Der Polizeieinsatz im Freibad Kehl ist mehr als ein Einzelfall. Warum wir jetzt handeln müssen, damit Freibäder sichere Orte für Familien bleiben.
Für mich ist dieser Vorfall mehr als eine einzelne Meldung. Als ich davon gelesen habe, musste ich sofort an die vielen Familien denken, die das alles miterlebt haben. An Eltern, die ihren Kindern erklären mussten, warum plötzlich Polizeiautos vor dem Freibad stehen. An Kleinkinder, die die Situation gar nicht verstehen können. Kinder sollten sich an den Sprung vom Beckenrand oder an die erste Rutschpartie erinnern – nicht an Blaulicht und Polizeieinsätze.
Mich macht nicht die Zahl der Beteiligten nachdenklich. Mich beschäftigt vielmehr, dass sich immer mehr Menschen nicht mehr an die einfachsten Regeln halten. Wer Hausrecht und Personal ignoriert, gefährdet den sicheren Betrieb unserer Freibäder.
Ich arbeite seit rund 30 Jahren im Bäderbereich. In dieser Zeit habe ich erlebt, wie sich unsere Freibäder verändert haben. Eines ist aber bis heute gleich geblieben: Die überwiegende Mehrheit der Badegäste verhält sich respektvoll, bezahlt ihren Eintritt und hält sich an die Haus- und Badeordnung.
Genau deshalb dürfen wir nicht zulassen, dass eine kleine Minderheit den Alltag in unseren Freibädern bestimmt.
Was mich besonders nachdenklich macht, sind meine eigenen Erfahrungen.
Vor zehn oder fünfzehn Jahren hätte ich mir kaum vorstellen können, dass solche Situationen einmal zum Alltag gehören könnten. Heute erleben Kolleginnen und Kollegen genau das immer häufiger.
Dabei geht es längst nicht mehr nur um den eigentlichen Konflikt. Während mehrere Beschäftigte versuchen, eine Situation zu beruhigen, fehlt diese Zeit an anderer Stelle. Bademeister sind keine Konfliktmanager. Unsere wichtigste Aufgabe besteht darin, Menschenleben zu retten, Gefahren frühzeitig zu erkennen und den Badebetrieb sicher zu gestalten.
Ein Sommertag im Freibad sollte eigentlich voller schöner Erinnerungen sein. Kinder freuen sich auf die Wasserrutsche, Familien genießen gemeinsam ein Eis und viele Menschen suchen einfach eine Auszeit vom Alltag.
Umso bedrückender ist es, wenn genau diese Besucher plötzlich erleben müssen, wie mehrere Polizeistreifen vorfahren, Sicherheitskräfte eingreifen und ein Freibad zeitweise geräumt werden muss.
Braucht es striktere Regeln in deutschen Freibädern?
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