Selbst die Notzwinger für Fundtiere seien belegt, heißt es vom Düsseldorfer Tierheim. Es könnten keine Hunde mehr aufgenommen werden. Ein Grund für die Lage könnte die einfache Verfügbarkeit der Tiere sein.
Viele erinnern sich an das Schicksal des Fundtieres Haribo, einem Labrador, der von seinen vorherigen Besitzern im Wald zurückgelassen wurde. Im Düsseldorfer Tierheim sind nun selbst die Notzwinger für Fundtiere voll.
Foto: Anne OrthenUpdate | Düsseldorf · Selbst die Notzwinger für Fundtiere seien belegt, heißt es vom Düsseldorfer Tierheim. Es könnten keine Hunde mehr aufgenommen werden. Ein Grund für die Lage könnte die einfache Verfügbarkeit der Tiere sein.
Das Düsseldorfer Tierheim kann keine Hunde mehr aufnehmen, sämtliche Plätze seien belegt. Das teilte der Tierschutzverein Düsseldorf e.V. als Träger mit.
„Unsere Zwinger sind voll belegt, selbst die Notzwinger für Fundtiere sind momentan besetzt, und es gibt keine Möglichkeit, an diesem Zustand schnell etwas zu ändern“, heißt es in einer über die Homepage des Vereins verbreiteten Erklärung. „Für jeden Hund, den wir vermitteln, kommt sofort ein neuer aus Sicherstellungen der Behörden nach“, heißt es darin weiter.
Hinter dem „massiven Anstieg an Privatabgaben und Sicherstellungen“ vermutet das Tierheim eine Überforderung der vorherigen Besitzer. „Die Tatsache, dass sich jeder im Internet einen Hund ‚anklicken‘ kann, man dann damit nicht zurechtkommt, überfordert ist oder schlicht zu wenig finanzielle Möglichkeiten hat, um notwendige Tierarztkosten zu bezahlen“ habe zu der jetzigen Situation geführt.
Einen „erheblichen“ Anteil an den Sicherstellungen, die schließlich im Tierheim landen, machten Hunde aus, die aus dem Ausland mitgebracht wurden. Den Tieren fehle häufig der ordnungsgemäße Impfschutz. Ein weiteres Problem seien illegale Käufe von Hunden, für die es keine behördlichen Genehmigungen gebe. „Und nun ist es so weit. Wir haben kein bisschen Platz mehr für Neuaufnahmen“, nennt der Tierschutzverein die Konsequenz.
Wer seinen Hund dringend abgeben wolle, müsse sich an andere Tierheime in der Umgebung oder an Tierpensionen wenden. Gleichzeitig wird vonseiten des Tierheims betont: „Das Aussetzen von Tieren ist eine Straftat und kann mit erheblichen Geldbußen belegt werden – denn fast immer wird der Halter ermittelt und zur Rechenschaft gezogen. Von dieser Idee sollten Sie also wieder Abstand nehmen, sollte sie Ihnen in den Kopf gekommen sein!“
Von der Stadt Düsseldorf heißt es, dass eine „nennenswerte zunehmende Notwendigkeit zur Sicherstellung von Hunden“ nicht festgestellt werden könne, wie eine Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion sagt. Tatsächlich sei zumindest im Bereich der „Reisetiere“, die entgegen der gesetzlichen Vorgaben ins Land gebracht werden, ein „abnehmender Trend festzustellen“. Dass diese Tiere von den Behörden sichergestellt werden müssen, wenn gesetzliche Bestimmungen nicht eingehalten wurden, hängt damit zusammen, dass „bei diesen Tieren eine Infektion mit dem Tollwutvirus“ nicht gänzlich ausgeschlossen werden könne, so die Sprecherin.
In der jahrelangen Zusammenarbeit zwischen Stadt und Tierschutzverein sei es bisher immer gelungen, eine adäquate Unterbringung für die Tiere zur Verfügung zu stellen. Sollte einmal – wie es jetzt der Fall sein soll – keine art- und bedürfnisgerechte Unterbringung im Düsseldorfer Tierheim möglich sein, würden umliegende genutzt. Das „Zurücklassen akut hilfsbedürftiger Tiere in Gefahrensituationen“ sei keine Option, so die Stadtsprecherin.