Einmal online veröffentlichte Bilder lassen sich oft nur schwer entfernen. COMPUTER BILD zeigt, wie Sie Inhalte dennoch aus dem Netz bekommen.
Nacktfotos von Ihnen im Internet? Ein Schock! So entfernen Sie sie.
Foto: Justin Paget/Getty Images
Einmal online veröffentlichte Bilder lassen sich oft nur schwer entfernen. COMPUTER BILD zeigt, wie Sie Inhalte dennoch aus dem Netz bekommen.
Die wenigsten Menschen möchten intime Fotos von sich im Internet finden – erst recht nicht, wenn sie nie für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Trotzdem landen solche Aufnahmen immer wieder online. Der
Fall der Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandeszeigt, wie schnell das passieren kann. Hinter der Veröffentlichung stecken mitunter Kriminelle, Stalker oder Personen aus dem eigenen Umfeld. Zunehmend tauchen auch täuschend echt wirkende KI-generierte Nacktbilder auf, die kaum als Fälschungen zu erkennen sind. Unabhängig davon, wie die Bilder entstanden oder verbreitet wurden: Ihre Entfernung aus dem Netz ist oft schwierig, aber keineswegs aussichtslos. COMPUTER BILD zeigt, welche Möglichkeiten Betroffene haben.
Der erste Schritt, um solche Fotos löschen zu lassen, ist die Seite
StopNCII("Stop Non-consensual Intimate Images", zu Deutsch: "Stoppe nicht einvernehmliche intime Fotos"). Die arbeitet mit vielen Portalen zusammen, darunter Facebook, Instagram, WhatsApp, Microsoft, Onlyfans, Pornhub, Reddit, Snap und TikTok und bald auch mit
Google. Die Website funktioniert so: Sie erstellen auf Ihrem Gerät einen sogenannten Hashwert aus den betroffenen Fotos. Der verrät nichts über den Inhalt und lässt sich auch nicht wieder in das Bild umwandeln, ist aber eindeutig immer derselbe für die entsprechenden Fotos. Diesen Hashwert teilen Sie StopNCII mit, wodurch er automatisch mit den Partnern geteilt wird. Diese prüfen dann, ob die betroffenen Bilder in ihren Datenbanken sind und, falls ja, entfernen sie sie automatisch. Das klappt deutlich schneller, als wenn Sie Anträge zum Löschen der Fotos schicken würden.
Eine Einschränkung gibt es allerdings: StopNCII funktioniert nur mit Fotos, auf denen die Personen nicht minderjährig aussehen. Andernfalls verweigert die Seite den Dienst. Für solche Bilder gibt es mit
TakeItDowneinen weiteren Dienst, der das Gleiche für Fotos von Minderjährigen macht. Mit diesen beiden Diensten haben Sie die wichtigsten sozialen Medien und die Google-Suche abgedeckt.
Für Seiten, die nicht mit den oben genannten Diensten zusammenarbeiten, müssen Sie Löschanträge stellen. Dazu suchen Sie das Impressum der Seite und wenden sich an den dort genannten Verantwortlichen. Sollte es kein Impressum geben, finden Sie den Verantwortlichen gegebenenfalls mit einem WhoIs-Dienst, etwa
Whois.com. Schreiben Sie eine Mail, verlinken Sie die Bilder und verlangen Sie die Entfernung mit einer Frist. In der Regel sollte das ausreichen. Wenn nicht reagiert wird, können Sie rechtliche Schritte gegen den Seitenbetreiber einleiten.
Auch wenn es mittlerweile Dienste gibt, bei denen Fotos nach einmaligem Anzeigen gelöscht oder Screenshots blockiert werden, vertrauen Sie nicht darauf. Mit einem zweiten Gerät lässt sich trotzdem einfach eine dauerhafte Kopie erstellen. Und auch wenn Sie dem Empfänger solcher Fotos im Moment vertrauen, mag sich das in Zukunft ändern. Sie sollten daher grundsätzlich niemandem Nacktfotos schicken! Speichern Sie solche vertraulichen Bilder auch nicht auf Online-Festplatten wie der iCloud. Denn darauf haben Hacker Zugriff, wenn es ihnen gelingt, Ihr Passwort zu knacken.
Sind Sie damit konfrontiert, dass Nacktfotos von Ihnen oder Ihren Kindern im Internet auftauchen, erstatten Sie unbedingt Anzeige gegen die Person, die sie hochgeladen hat.
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