Bald dröhnen wieder die Bässe: Das Open Air Frauenfeld beginnt diesen Donnerstag. Während eines Rundgangs erklärt der Aufbauchef, wie er und sein Team die Grosse Allmend für das grösste Hip-Hop-Festival Europas vorbereiten.

Bild: Andrea Tina Stalder
Seit drei Wochen verwandelt sich die Grosse Allmend in das Gelände des Open Air Frauenfelds. «Die Allmend ist wie eine Mietwohnung für uns», sagt Sandro Keller, Verantwortlicher Infrastruktur bei der First Event AG. Immer wieder läutet sein Handy, während er mit einem violetten Buggy über das Gelände fährt. Von ihm wollen Sponsoren, Helfende und Lieferanten wissen, was an welchen Platz muss.
Schon seit dem Jahr 2002 leitet der Pfyner den Open-Air-Aufbau. «Wegen der Hitze haben wir dieses Jahr jeweils schon um 16 Uhr Feierabend gemacht, damit sich die Leute nach der Arbeit abkühlen können», sagt Sandro Keller. Zudem hätten die Helfenden gratis Getränke sowie mehr Pausen erhalten. «Die Sicherheit stets an erster Stelle.»

Andrea Tina Stalder
Die Aufbauarbeiten seien im Zeitplan. Am Montagmorgen stehen Eingang, Hauptbühne, der grosse Cola-Cola-Turm, der VIP-Bereich und der «La Fabrik-Dome» schon. Am 15. Juni haben Keller und sein Team mit zahlreichen Helfenden die Allmend gestaffelt übernommen. «Es ist eine Absprache mit Armee, Pächtern und Grundbesitzern», erklärt er. Das Open Air ist Gast an dem Ort, an dem sonst Schafe grasen, Panzer umherkurven, oder sich Hobbysportler bewegen.

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«Neu gibt es nur noch einen Eingang», erklärt Keller. Dieser befindet sich im nördlichen Teil. Weil es einfacher sei für Rettungsgassen, Anlieferungswege sowie wegen Kostenoptimierungen, hat sich das Open-Air-OK für diese Lösung entschieden.
So hat auch die VIP-Loge – dieses Jahr wieder mit Sitztribüne – einen neuen Platz erhalten. In den Vorjahren hätten sich die Leute beschwert, dass dort Abends die Sonne blende, was auch ein Grund für den anderen Standort sei. Neu haben die VIPs die Sonne im Rücken und blicken von rechts auf die Bühne.
Gerade wird dort die Bühnentechnik an deren Decke montiert. Meterlange Seile und Kabel hängen auf den Boden, Stahlträger und zahlreiche Kisten stehen auf der Bühne. «Hier dürfen wir nicht rein, weil Helmpflicht ist», sagt Keller.

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Beim Start des Aufbaus ist Sandro Keller zunächst mit 10 bis 20 Helfenden in der Allmend, dann kommen immer mehr hinzu. «Kurz vor dem Festival haben wir bis 300 Personen hier», sagt Keller. Es sei ein eingespieltes Team von Menschen aus der Region, welche für das Open Air Ferien von ihren eigentlichen Berufen nehmen. «Oder es gibt auch Leute, welche von einem Open Air zum anderen ziehen», sagt Keller.
Hinter der Bühne stehen drei riesige Generatoren. Fein säuberlich verlegt, führen Kabel davon weg, dorthin, wo der Strom gebraucht wird. Etwa ein Drittel des Strombedarfs kann das Open Air von der Rennbahn-Infrastruktur beziehen, der Rest kommt aus Generatoren, erklärt Mark Irniger. Er ist für die Stromversorgung verantwortlich.

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Auf dem ganzen Gelände stehen 17 Generatoren, weiss er. «Man kann sich den Strombedarf so vorstellen, wie wenn eine Stadt mit 35'000 Einwohnenden den Fernseher anstellt.» Die meisten Generatoren stehen bei den Bühnen, sowie bei den Foodständen. Je im Doppel, für die Ausfallsicherheit, erklärt Irniger.

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Der Hauptbereich des Festivals ist dieses Jahr wie eine Arena aufgebaut. Vor der Bühne feiern bald Hip-Hopperinnen und Hip-Hopper aus der ganzen Welt. Neu auch rund ist «La Fabrik Dome», die Bühne im hinteren Teil des Geländes. Mit Partnern haben die Verantwortlichen ein neues Konzept erarbeitet, sagt Sandro Keller. Der ganze Bereich werde rundherum mit LEDs ausgestattet, für eine grosse Hip-Hop-Party.
Wegen der Hitze hat das Open-Air-OK zudem drei «Schneekanonen» bestellt, welche die Festivalgänger mit kalter Luft und Wasser abkühlen. «Dazu haben wir wie immer einen Notfallplan, etwa dass wir bei grosser Hitze vor der Bühne Wasser verteilen könnten», sagt Open-Air-Mediensprecherin Lisa Crescionini.

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Zudem gebe es genügend Schattenplätze. Und Grillplätze unter den Bäumen. Dafür hat das OK ein «Village» im Festival geplant. Dort gibt es Food-Stände, sowie einen Festivalshop. Eine grosse Ladenfiliale wie in den Vorjahren, gibt es hingegen nicht mehr. Dafür einen Migros-Bus, erklärt Crescionini.
Neu ist dieses Jahr auch, dass nicht mehr gratis campiert werden kann. Dafür erhalten Camper für 80 bis 100 Franken einen zugewiesenen Platz auf der Wiese. Diese ist bereits mit weisser Farbe in Quadrate unterteilt. Das OK rechnet mit 2,7 Personen pro Camping-Einheit. Am Donnerstagmorgen ziehen die ersten ein. Die Hip-Hop-Fans feiern dann eine Party auf Zeit.

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