Ein Bericht legt schwere Datenschutzverstöße bei PayPal dar. Dabei werden sensible Daten an Unternehmen weitergegeben, ohne dass Nutzer davon wissen.
Ein Bericht legt schwere Datenschutzverstöße bei PayPal dar. Dabei werden sensible Daten an Unternehmen weitergegeben, ohne dass Nutzer davon wissen.
Ein neuer Bericht des Netzwerks Datenschutzexpertise hat gravierende Datenschutzmängel bei PayPal aufgedeckt. Der Bezahldienst erhebt eine Vielzahl sensibler Daten. Diese würden teilweise für Werbezwecke verwendet. "Netzpolitik" informiert, dass die Daten an 600 Unternehmen aus aller Welt weitergegeben werden.
PayPal speichert nicht nur Informationen wie Kaufhistorien, Preise und Lieferadressen, sondern auch Standortdaten, Browserverläufe und Geräteinformationen. Besonders alarmierend: Auch Fingerabdrücke, Einkommen, Steuerdaten, Telefonnummern sowie Angaben zur politischen Einstellung, religiösen Überzeugungen und sexuellen Orientierung werden erfasst.
Die Datenschutzerklärung von PayPal umfasst rund 7000 Wörter, bleibt jedoch laut Experten vage. Experten kritisieren, dass die Voreinstellungen zur Datennutzung für Werbezwecke gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verstoßen.
Laut EU-Recht müssen datenschutzfreundliche Einstellungen standardmäßig aktiviert sein – bei PayPal ist dies jedoch nicht der Fall. Nutzer müssen komplizierte Schritte unternehmen, um personalisierte Werbung zu deaktivieren.
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Besonders problematisch ist die Übermittlung personenbezogener Daten an Länder außerhalb der EU, darunter die USA. Dort gelten deutlich niedrigere Datenschutzstandards, was das Risiko eines Missbrauchs erhöht.
Datenschutzexperten fordern ein generelles Verbot der Nutzung von Finanztransaktionsdaten für Werbezwecke. Sie warnen vor einem Missbrauchspotenzial und betonen, dass ähnliche Praktiken auch bei anderen großen Technologieunternehmen möglich sein können.
PayPal hat angekündigt, die Ergebnisse des Berichts zu prüfen. In einer Stellungnahme gegenüber "Heise Online" erklärte das Unternehmen, dass die Einhaltung der EU-Datenschutzanforderungen eine zentrale Rolle spiele. Ob und wie die kritisierten Punkte überarbeitet werden, bleibt abzuwarten.
Eine PayPal-Sprecherin hat FOCUS online folgendes Statement geschickt:
„PayPal weist die irreführenden Behauptungen in einem kürzlich vom Netzwerk Datenschutzexpertise veröffentlichten Gutachten entschieden zurück. PayPal bietet in Deutschland keine Offsite-Werbeprodukte an. Zudem verwendet oder fordert PayPal in Deutschland keine sensiblen personenbezogenen Daten zu Werbezwecken an, wie etwa Angaben zur sexuellen Orientierung, politischen Ansichten oder ähnliche Kategorien.
PayPal verwendet verhaltensbezogene Daten für Werbezwecke nur dann, wenn Verbraucher:innen in Deutschland eine ausdrückliche, DSGVO-konforme Einwilligung erteilt haben. Der Schutz der Privatsphäre, Transparenz und das Vertrauen unserer Nutzer:innen sind grundlegende Prinzipien unseres Geschäfts. Wir engagieren und verpflichten uns weiterhin fest dazu, die Daten unserer Kund:innen zu schützen und höchste Compliance-Standards in allen Märkten einzuhalten, in denen wir tätig sind.“