Nach seinem Rekordlauf auf 25.900 Punkte schwächelt der Dax zunächst, dreht zum Abend aber wieder in den grünen Bereich. An der Wall Street punkten erneut Chipwerte. Rüstungswerte im Dax sind gefragt. Aktionäre von TKMS setzen auf einen U-Boot-Großauftrag: Die Aktie springt zweistellig.
Auf und Ab an der Börse: Die wichtigsten Informationen zum Dax, Dow Jones, zu den Aktienkursen und den Ölpreisen
Foto: Westend61 / Getty ImagesDer Dax hat erstmals in seiner Geschichte die Marke von 25.900 Punkten überwunden. Dafür war allerdings nur ein kleiner Schritt nötig, bevor rasch Gewinnmitnahmen einsetzten. Am Ende stand noch ein Plus von knapp 0,2 Prozent auf 25.817 Zähler zu Buche. Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex seinen fast sechs Monate alten Höchststand getoppt und am Freitag die Marke von 25.800 Punkten übersprungen. Der MDax der mittelgroßen Werte stieg zu Wochenbeginn um 0,90 Prozent auf 33.291 Punkte. Der EuroStoxx 50 verharrte leicht im Minus bei 6397 Punkten.
So mancher Analyst zweifelt daran, dass der Höhenflug weitergehen wird. Charttechniker Christoph Geyer sprach von einem inzwischen überkauften Markt. Das heißt, nach dem zuletzt starken Kursanstieg gibt es am Aktienmarkt viele Käufer, aber nur noch recht wenige Verkäufer. Andere Analysten verwiesen auf zuletzt relativ schwache Umsätze, was eher gegen einen nachhaltigen Dax-Ausbruch spricht. An der Wall Street pendelte der Leitindex Dow Jones um seinen Vortagesschluss bei rund 52.880 Punkten. An der Technolgogieböres Nasdaq hievten Kurszuwächse von Chipwerten das Börsenbarometer weit in den positven Bereich.
Einen Hoffnungsschimmer gab es für die angeschlagene deutsche Industrie: Nach dem Rückschlag im April hat der Auftragseingang im Mai wieder zugelegt. Der Anstieg fiel zudem deutlich höher aus als von Experten im Schnitt erwartet. "Insgesamt machen die heutigen Zahlen Hoffnung auf eine moderate Erholung der deutschen Industrie, die nach einer langen Stagnationsphase zuletzt auch noch vom Iran-Krieg gebeutelt wurde", kommentierte Commerzbank-Ökonom Marco Wagner.
Rheinmetall führten den Dax mit plus 3,3 Prozent auf 1129 Euro an. Damit erholten sie sich weiter von ihrem Kurssturz im Juni, als das Verteidigungsministerium das milliardenteure Rüstungsprojekt für sechs Fregatten des Typs F126 wegen erheblicher Verzögerungen sowie absehbarer Kostensteigerungen überraschend beendet hatte. Im MDax erholten sich Renk um zuletzt noch 2,9 Prozent.
TKMS schossen um mehr als 11 Prozent in die Höhe, weil Kanada offenbar einen großen U-Boot-Auftrag an TKMS vergeben hat. Wie die kanadische Tageszeitung „The Globe and Mail“ berichtet, hat Ottawa informierten Kreisen zufolge das deutsche Unternehmen aus Kiel für den Bau der neuen kanadischen U-Boote ausgewählt.
Wenn die Highflyer der KI-Rally schwächeln, profitieren Softwarewerte und IT-Dienstleister. Also jene Werte, bei denen insgesamt eher Verdrängungssorgen durch die künstliche Intelligenz vorherrschen. So zogen am Montag die Aktien von SAP zwischenzeitlich um 2 Prozent an, gingen dann aber nur noch mit einem kleinen Plus aus dem Xetra-Handel. Nemetschek gewannen zu Wochenbeginn im MDax mehr als 4,5 Prozent hinzu, liegen 2026 aber noch 38 Prozent unter Wasser.
Die Aktien von Easyjet haben am Montag mit einem deutlichen Kursanstieg auf ein von der Billigfluglinie akzeptiertes Übernahmeangebot des US-Investors Castlelake reagiert. Zuletzt notierten die Aktien mit mehr als 9 Prozent im Plus 610 Pence. In den vergangenen drei Monaten hatten die Titel mehr als die Hälfte an Wert gewonnen. Castlelake war mit seinem Interesse erstmals Ende Mai an Easyjet herangetreten.
Nach dem feiertagsbedingt langen Wochenende sind die US-Aktienmärkte uneinheitlich in die neue Börsenwoche gestartet. Während sich die Standardwerte an der Wall Street am Montag schwertaten, legten die Technologiewerte an der Nasdaq teilweise kräftig zu. Der Dow Jones erreichte zwar unmittelbar mit Handelsbeginn ein Rekordhoch bei gut 52.052 Punkten. Anschließend gab der Leitindex die moderaten Gewinne aber wieder ab und verlor zuletzt 0,1 Prozent auf 52.860 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 legte dagegen zuletzt um 1,7 Prozent auf 29.829 Zähler zu. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,7 Prozent auf 7536 Punkte.
Halbleiterwerte legten teils kräftig zu – in einer Woche, in der die südkoreanischen Speicherchip-Giganten Samsung und SK Hynix den KI-Boom erneut auf die Probe stellen dürften. Samsung wird am Dienstag Geschäftszahlen vorlegen. Diese Ereignisse gewinnen in einer Woche zusätzlich an Bedeutung, die kaum wichtige Wirtschaftsdaten bereithält und in der die US-Berichtssaison bisher nicht wirklich anläuft. Die Papiere der Chip-Titel Micron , Intel und AMD verbuchten Kursaufschläge zwischen 4 und 9 Prozent.
Die Ölpreise haben am Montag ein wenig nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August wurde bei 72,00 US-Dollar gehandelt. Damit kostete die globale Referenzsorte 0,12 Prozent weniger als am Freitag.
Saudi-Arabien hat die größten Preissenkungen seit Jahren vorgenommen und gewährte einen seltenen Rabatt auf sein Arab-Light-Rohöl. Händler sehen darin ein Zeichen für den wachsenden Wettbewerb, da die Lieferungen aus dem Persischen Golf wieder anlaufen. Im vergangenen Monat brachen die Preise für Rohöl weltweit ein, als immer mehr Tanker die Straße von Hormus passierten.
Die Öl-Notierungen haben bisher kaum auf die neuesten Nachrichten von Opec+ reagiert. Wie am Sonntag mitgeteilt wurde, will das Ölkartell mehr Öl in den Markt pumpen. Im August werde die Produktion um täglich 188.000 Barrel (je 159 Liter) ausgeweitet, teilte eine Kerngruppe aus sieben Staaten mit. Zugleich behielten sich die Länder vor, den Produktionszuwachs je nach Marktsituation zu beschleunigen, auszusetzen oder rückgängig zu machen, hieß es.
Im zweiten Quartal war der zwischenzeitlich stark gestiegene Preis für Brent-Rohöl am Ende um 30 Prozent gefallen, nachdem Washington und Teheran ein vorläufiges Friedensabkommen geschlossen hatten. Dieses machte den Weg für eine zügige, wenn auch noch unvollständige Normalisierung des Verkehrs durch die Straße von Hormus frei. Vor diesem Hintergrund gehen nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg mehrere Wall-Street-Banken davon aus, dass die Preise in der zweiten Jahreshälfte weiter fallen könnten. Experten von Citigroup halten einen Rückgang bis auf 60 US-Dollar je Barrel bis zum Jahresende für möglich.
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