Trotz der US-Militärschläge in der Golfregion legt der Dax am Dienstag weiter zu. Im Leitindex sind Infineon, Daimler Truck und vor allem Siemens Energy gefragt. In den USA gibt die Tech-Erholung den Börsen Auftrieb.
Trotz der US-Militärschläge in der Golfregion legt der Dax am Dienstag weiter zu. Im Leitindex sind Infineon, Daimler Truck und vor allem Siemens Energy gefragt. In den USA gibt die Tech-Erholung den Börsen Auftrieb.
21.07.2026, 18.16 Uhr
Auf und Ab an der Börse: Die wichtigsten Informationen zum Dax, Dow Jones, zu den Aktienkursen und den Ölpreisen
Foto: Westend61 / Getty ImagesTrotz der erneuten Kriegshandlungen zwischen den USA und Iran zeigte sich der Dax am Dienstag weiter stabil. Zum Börsenschluss legte der deutsche Leitindex rund 0,7 Prozent zu auf 25.011 Punkte.
Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um mehr 0,4 Prozent auf 31.808 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte hingegen um rund 0,9 Prozent vor auf 6285 Zähler vor.
Nach zwei Verlustwochen in Folge hatte sich der Dax zum Wochenstart stabilisiert, auch wenn die Lage in Nahost unübersichtlich bleibt. Das Rekordhoch des Börsenbarometers von rund 25.900 Punkten von Anfang Juli bleibt somit in Sichtweite.
In einem weiterhin unsicheren Umfeld stützten überraschend gute Konjunkturdaten den Dax ebenso wie am Nachmittag die freundlichen US-Börsen, wo Technologiewerte wieder Aufwind verspürten. Die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim erhobenen Konjunkturerwartungen legten im Juli stärker zu als erwartet.
An den asiatischen Börsen hatte die Aussicht auf eine mögliche Entspannung im Nahen Osten für Rückenwind gesorgt. In Seoul hatten KI- und Halbleiteraktien wieder zugelegt, die zuletzt in großem Stil verkauft worden waren. Auch in den USA griffen Anleger bei Chipwerten wieder zu.
Davon profitierten auch Branchenwerte hierzulande. So stiegen die Anteile von Infineon an der Dax-Spitze um 5,5 Prozent. Im Nebenwerteindex SDax hatten die Papiere von LPKF mit einem Plus von 12,5 Prozent die Nase vorn. Im MDax zogen Suss Microtec und Aixtron um 9,3 beziehungsweise 8,3 Prozent an. Auch Siemens Energy zog um mehr als 3 Prozent an.
Am MDax-Ende brachen die Vorzugsaktien des Labor- und Pharmazulieferers Sartorius um 8,5 Prozent ein. Der US-Wettbewerber Danaher hatte im abgelaufenen Quartal mit seinem operativen Ergebnis enttäuscht.
Schlusslicht im Dax waren die zuletzt stark gelaufenen Aktien von Munich Re mit minus 2,8 Prozent. Finanzchef Andrew Buchanan sagte der „Börsen-Zeitung“ mit Blick auf die Rückversicherung: „Im Rahmen der Arbeiten für den Halbjahresabschluss werden wir sehr genau auf das Geschäft in der Pipeline für das dritte und vierte Quartal schauen. Daraus wird sich ergeben, welche Prognose wir dem Markt geben.“ Munich Re scheine also seine Prognosen für die Schaden- und Unfallrückversicherung zu hinterfragen, sagte ein Händler.
Kräftig angetrieben von Aktien aus der Halbleiterbranche haben die US-Börsen am Dienstag zugelegt. Vor allem die Nasdaq-Indizes stiegen. Ausschlag gab ein Medienbericht, dem zufolge der taiwanesische Chip-Riese TSMC die Preise erhöhen will.
Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100, in dem Chipwerte schwer gewichtet sind, zog zuletzt um 1,7 Prozent auf 28.951 Zähler hoch. Der stärker auf Standardwerte fokussierte Leitindex Dow Jones Industrial legte 0,3 Prozent auf 52.005 Zähler zu. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,4 Prozent auf 7473 Punkte.
Chip-Aktien wie AMD, Intel, Micron, Sandisk und Western Digital stiegen um 4,2 bis 9,0 Prozent. Der japanischen Finanzzeitung „Nikkei“ zufolge hat TSMC mit Kunden darüber verhandelt, die Preise für Halbleiter im kommenden Jahr um bis zu 10 Prozent zu erhöhen. Grund hierfür sollen steigende Kosten für Fertigungsmaterialien sein. Die anstelle von Aktien an der Nasdaq-Börse gelisteten American Depositary Receipts (ADR) des taiwanesischen Chipgiganten stiegen an der Nyse um 3,3 Prozent.
Quartalsbilanzen bewegten ebenfalls kräftig. So brach die Aktie von Danaher um fast 12 Prozent ein, nachdem die Diagnostiksparte des Biotech-Unternehmens im zweiten Quartal gewinnseitig deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben war.
Die Ölpreise sind am Dienstag gefallen und haben damit den Anstieg der vergangenen Handelstage vorerst gestoppt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im September sank um mehr als ein Prozent auf 88,19 US-Dollar. Zu Beginn der Woche war der Preis nach der jüngsten Eskalation der geopolitischen Lage im Nahen Osten noch bis auf 91,42 Dollar gestiegen.
Während der Angriffe bemühten sich Vermittler Medienberichten zufolge um eine neue Waffenruhe. Katar, Ägypten, Pakistan und andere regionale Vermittler hätten den beiden Kriegsparteien einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe unterbreitet, erfuhr das US-Nachrichtenportal „Axios“ aus nicht näher genannten Quellen. Auch das «„Wall Street Journal“» berichtete über den Vorschlag.
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