Neue Heizungs- und Mietregeln sorgen für Unruhe bei Vermietern. Verbände warnen vor Verkäufen und weniger Mietwohnungen.
Neue Heizungs- und Mietregeln verunsichern viele private Vermieter. Verbände warnen vor Verkäufen und weniger Mietwohnungen. Doch wie realistisch ist die Sorge wirklich?
Inhaltsverzeichnis
Die Bundesregierung will Mieter besser schützen und zugleich die Wärmewende im Gebäudesektor vorantreiben. Doch genau diese Mischung sorgt inzwischen für wachsende Unruhe bei vielen privaten Vermietern beziehungsweise deren Interessenvertretern wie Haus und Grund.
Besonders im Fokus steht dabei das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz. Verbände warnen demnach davor, dass neue Regeln rund um Heizungen und zusätzliche Kostenrisiken viele Eigentümer zum Aufgeben bewegen könnten. Das berichtet die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Vertreter von Vermieter- und Sozialverbänden.
Im Zentrum der Debatte stehen rund drei Millionen Mietwohnungen mit Gasetagenheizungen in Deutschland – vor allem in älteren Mehrfamilienhäusern in Großstädten. Gerade dort gilt der Einbau von Wärmepumpen oft schwierig oder teuer.
Für viele Mieter stellt sich vor allem eine Frage: Werden die neuen Vorgaben am Ende das Wohnen teurer machen?
Tatsächlich dürfen Vermieter einen Teil energetischer Modernisierungskosten auf die Miete umlegen. Derzeit sind bis zu acht Prozent der Kosten pro Jahr möglich.
Wie stark sich das auswirken kann, zeigt ein Beispiel: Kostet die energetische Modernisierung eines Mehrfamilienhauses 120.000 Euro, ergeben acht Prozent davon 9600 Euro pro Jahr. Bei sechs gleich großen Wohnungen entspräche das rechnerisch rund 133 Euro zusätzlicher Miete pro Monat je Wohnung – Fördermittel und gesetzliche Begrenzungen noch nicht berücksichtigt.
Allerdings gelten dabei wichtige Einschränkungen:
Wer eine Modernisierungsankündigung erhält, sollte laut Experten vor allem auf drei Punkte achten:
In Härtefällen können Mieter zudem Einwände gegen eine Modernisierung geltend machen – etwa wenn die finanzielle Belastung unzumutbar wäre.
Mehr als die Hälfte der privaten Vermieter besitzt eine bis fünf Wohnungen. Zwei Drittel erzielten weniger als 30.000 Euro Mieteinnahmen pro Jahr – vor Steuern und laufenden Kosten. Jeder achte Vermieter machte laut den Angaben sogar Verlust.
Gleichzeitig steigen die Belastungen: strengere Energieauflagen, teure Sanierungen, neue Vorgaben aus dem Gebäudeenergiegesetz und Unsicherheit durch kommunale Wärmepläne.
Hinzu kommen neue mietrechtliche Regeln. Die Bundesregierung will unter anderem die sogenannte Schonfristregel ausweiten. Mieter sollen eine ordentliche Kündigung wegen Zahlungsrückständen künftig einmalig durch Nachzahlung abwenden können.
Der Eigentümerverband Haus & Grund befürchtet, dass Vermieter künftig auf einem größeren Teil der Heizkosten sitzen bleiben könnten, wenn neue Gasheizungen eingebaut werden. Verbandspräsident Kai Warnecke sagte der „Bild“, die Kostenrisiken würden „unkalkulierbar“.
Auch der Sozialverband SoVD sieht diese Gefahr. Verbandschefin Michaela Engelmeier warnte laut „Bild“, Verkäufe könnten die Lage am Wohnungsmarkt zusätzlich verschärfen und Mieten weiter steigen lassen.
Ob es tatsächlich zu massenhaften Wohnungsverkäufen kommt, ist derzeit offen. Die Warnungen der Verbände gelten auch als Teil einer politischen Auseinandersetzung um die künftige Ausgestaltung der Wärmewende.
Tatsächlich zwingt das Gesetz Vermieter nicht automatisch zum Verkauf. Zudem gibt es Übergangsfristen, technische Ausnahmen und Fördermöglichkeiten.
Dennoch halten viele Experten die wirtschaftlichen Sorgen kleiner Vermieter grundsätzlich für plausibel. Gerade bei älteren Gebäuden können neue Heizungs- und Sanierungsvorgaben hohe Investitionen auslösen.
Wahrscheinlicher als eine plötzliche Kündigungswelle wäre deshalb ein schleichender Effekt: weniger Investitionen, einzelne Verkäufe und langfristig zusätzlicher Druck auf den ohnehin knappen Mietmarkt.
Die eigentliche politische Kernfrage bleibt damit ungelöst: Wie lässt sich die Wärmewende im Gebäudesektor schaffen, ohne gleichzeitig Mieter und kleinere Vermieter finanziell zu überfordern?
„Was soll dieser ewige Eingriff des Staates?”
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Neue Mietregeln: Vermieter denken verstärkt ans Verkaufen | 0 | 7.35 | 15-05-2026 |
| 2 | Ihr Vermieter entscheidet über neue Heizung – Sie zahlen | 0 | 14 | 05-03-2026 |
| 3 | Gas- und Ölheizungen bleiben erlaubt, doch Kostenrisiken steigen | 0 | 6.69 | 08-07-2026 |
| 4 | Neue Heizung geplant? Diese Regeln gelten – und daran wird sich wohl nichts ändern | 0 | 5.63 | 05-02-2026 |
| 5 | Mietminderung bei Hitze: Wann sie erlaubt ist | 0 | 7.35 | 28-06-2026 |
| 6 | Was gilt nächstes Jahr im Heizungskeller? Das müssen Verbraucher wissen | 0 | 7.35 | 16-12-2025 |
| 7 | Kabinett verschärft Mietrecht: 5 Schritte gegen hohe Mieten | 0 | 11.1 | 01-05-2026 |
| 8 | Heizkostenabrechnung falsch – so holen Sie sich Hunderte Euro vom Vermieter zurück | 0 | 8.92 | 01-01-2026 |
| 9 | Zahlen Sie zu viel? Der 5-Schritte-Plan gegen Mietwucher | 0 | 8.52 | 11-03-2026 |
| 10 | Claudia Kemfert: Heizungsfreiheit ist eine Heizungsfalle mit Kosten-Schock | 0 | 16.64 | 27-02-2026 |