IW-Studie zeigt: Immobilien werden bis 2035 teurer – aber nicht überall. Städte legen zu, in vielen ländlichen Regionen drohen sinkende Preise.
Eine IW-Studie zeigt: Immobilien werden wieder teurer. Doch entscheidend ist die Region – manche gewinnen deutlich, andere verlieren.
Entscheidend ist aber nicht der bundesweite Trend. Viel wichtiger ist die Entwicklung vor Ort: Während Immobilien in vielen Städten teurer werden, stagnieren die Preise in anderen Regionen oder sinken sogar.
Nach der Zinswende 2022 sind die Immobilienpreise zunächst gefallen oder stagniert. Inzwischen hat sich der Markt stabilisiert.
Laut IW-Prognose steigt der durchschnittliche Quadratmeterpreis von rund 3000 Euro im Jahr 2025 auf etwa 4100 Euro im Jahr 2035. Real entspricht das nur noch gut ein Prozent Wachstum pro Jahr.
Das Niveau von 2022 könnte bereits 2027 wieder erreicht werden. Die starken Preissprünge aus der Niedrigzinsphase bleiben aber aus.
Auch die wirtschaftliche Lage spielt eine Rolle. Einkommen und Jobs entwickeln sich regional unterschiedlich.
Hinzu kommt der Strukturwandel: In Regionen mit viel Industrie oder Autozulieferern sorgt die Umstellung auf klimaneutrale Produktion für Unsicherheit. Das kann die Nachfrage nach Immobilien vorübergehend bremsen.
Reale Preisänderung pro Jahr im Zeitraum 2025 bis 2035 laut IW-Berechnungen
Langfristig profitieren vor allem Regionen mit Wachstum und Jobs. Die IW-Experten resümieren entsprechend:
"Auf der Gewinnerseite stehen vor allem die großen Metropolregionen wie Hamburg, Berlin oder Frankfurt sowie deren gut angebundenes Umland. In Bayern und Baden-Württemberg profitieren auch ländlichere Kreise – die stärksten Regionen legen um mehr als zwei Prozent pro Jahr zu."
Dazu gehören:
Dort ziehen weiter Menschen hin – die Nachfrage bleibt hoch.
Auffällig sei, dass München selbst nicht zur Spitzengruppe gehört – "dafür aber fast das gesamte Umland der bayerischen Landeshauptstadt".
In Nordrhein-Westfalen ist Köln die einzige Stadt, für die die Prognose ein deutliches Wachstum ausweist.
Anders sieht es in strukturschwächeren Regionen aus, "etwa weite Teile Ostdeutschlands abseits der Metropolen, das Saarland, ländliche Kreise in Rheinland-Pfalz und das Ruhrgebiet", so die Ökonomen. Dort rechnen die Experten mit schwächerer Entwicklung oder sogar sinkenden Preisen:
Weniger Einwohner bedeuten weniger Nachfrage – das drückt langfristig die Preise.
"In den am härtesten betroffenen Regionen, wie dem Erzgebirgskreis, der Vulkaneifel oder Kronach, werden Immobilien bis 2035 fast ein Fünftel ihres Werts verlieren. Zusätzlich unter Druck stehen Kreise mit Automobil- oder energieintensiver Industrie wie Zwickau."
Für Käufer wird die Standortwahl immer wichtiger. In starken Regionen bleiben Immobilien gefragt und können weiter an Wert gewinnen.
In schwächeren Regionen steigt dagegen das Risiko, dass Immobilien an Wert verlieren.
Auch für die Politik hat das Folgen: In wachsenden Regionen bleibt Wohnraummangel ein Problem. In schrumpfenden Regionen geht es stärker um Leerstand und Anpassung des Bestands.
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