Die Panasonic Lumix S5 IIx ist ein echter Videospezialist mit Vollformat-Sensor. Was die Systemkamera noch kann, verrät der Test von COMPUTER BILD.
Bitte genau hinschauen: Äußerlich sind die dunklen Beschriftungen das einzige Unterscheidungsmerkmal der Panasonic Lumix S5 IIx im Vergleich zum Schwestermodell S5 II.
Foto: COMPUTER BILD
Die Panasonic Lumix S5 IIx ist ein echter Videospezialist mit Vollformat-Sensor. Was die Systemkamera noch kann, verrät der Test von COMPUTER BILD.
Die Panasonic Lumix S5 IIx ist eine echte Videospezialistin. Wer "nur" fotografiert, kommt mit dem Schwestermodell Lumix S5 II günstiger weg – bei gleicher Leistung: Beide Kameras sind kompakt und solide gemacht, beide liefern tolle Aufnahmen – selbst bei wenig Licht. Der Aufpreis für die Lumix S5 IIx lohnt sich nur für Videofans und Videoprofis, die Profiformate wie Apple ProRes einsetzen oder eine externe SSD als Aufnahmemedium verwenden möchten.
Pro
Kontra
Systemkameras baut Panasonic schon eine kleine Ewigkeit: Das erste Modell war 2008 die Panasonic Lumix G1. Sehr kompakt, da hier ein kleinerer Micro-Four-Thirds-Sensor (MFT) zum Einsatz kam. Im Vollformat-Bereich war Panasonic der letzte große Hersteller, der eine Systemkamera auf den Markt brachte. 2018 kamen mit der
Panasonic Lumix S1und der
Panasonic Lumix S1Rdie ersten Modelle. Echte Brocken, die der Hersteller später durch die deutlich kompaktere und günstigere
Panasonic Lumix S5ergänzte. Dieses Einsteigermodell hat gleich zwei Nachfolger bekommen: die
Panasonic Lumix S5 IIund die nagelneue Panasonic Lumix S5 IIx. Wo das Modell mit dem "x" Extras bietet und wo nicht, klärt der Test.
Beim Fotografieren unterscheidet sich die Panasonic Lumix S5 IIx nicht vom Schwestermodell Lumix S5 II. Bei beiden Kameras kommt ein 24-Megapixel-Sensor zum Einsatz (Auflösung 6000x4000 Pixel), dessen Bilder von einem leistungsstarken Bildprozessor, bei Panasonic Venus Engine genannt, verarbeitet werden. Gegenüber dem Vorgänger Lumix S5 hat sich die Bildqualität leicht verbessert, vor allem bei wenig Licht und entsprechend hoher ISO-Einstellung ab ISO 1600. Hier fällt der Schärfeverlust bei den Aufnahmen der Lumix S5 IIx etwas geringer aus. Obendrein arbeitet der Weißabgleich genauer, beim Vorgänger fielen die Farben bei Aufnahmen mit hoher ISO-Einstellung etwas kühl aus.
Wer besonders hochauflösende Fotos schießen will, schaltet bei der Lumix S5 IIx einfach die High-Resolution-Aufnahme ein. Damit lassen sich Fotos mit 96 Megapixeln (Auflösung 12000x8000 Pixel) schießen. Dazu macht die Lumix S5 IIx mehrere Aufnahmen hintereinander, bei denen der Sensor jeweils leicht versetzt wird – und setzt diese anschließend zu einem Foto zusammen. Das funktioniert am besten bei unbeweglichen Motiven und wenn die Kamera auf einem Stativ steht. Bewegungen zwischen einzelnen Bilder führen meist zu Schatten oder Farbrändern – je stärker die Bewegungen, desto deutlicher. Die Bildqualität der beiden IIer-Modelle ist aber gleich. Wer nur fotografieren möchte, kann daher auch bedenkenlos die zur günstigeren Lumix S5 II greifen.
Aktuell gibt es die Lumix S5 IIx bis zu 500 Euro, je nach gekaufter Modellvariante, günstiger im Panasonic Online Store dank Cashback. Bedingung: Die Kamera muss zusammen mit ausgewähltem Zubehör (Objektiv oder Mikrofon) gekauft werden. Der Rabatt wird beim Kauf im Checkout abgezogen. Alle Details zur Aktion, die bis zum 17.8.2026 läuft, gibt es bei
Panasonic.
Wie beim Schwestermodell Lumix S5 II bekommt der Sucher der Panasonic Lumix S5 IIx ein Update: Er bietet eine höhere Auflösung von 1280x960 Pixeln (nach Herstellerlesart 3,69 Millionen Pixel, da man hier die Pixel für Rot, Grün und Blau zählt) und ein größeres Sucherbild (Suchervergrößerung: 0,78-fach). Damit ist die Sucherdarstellung der Lumix S5 IIx deutlich detailreicher als die des Vorgängers und auf dem Niveau von Konkurrenten wie der
Canon EOS R6 Mark II, der
Nikon Z6 IIoder der
Sony Alpha 7 IV. Die Darstellung des Suchers ist schön flüssig, vor allem wenn im Kameramenü eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hertz einstellt ist. Nur bei sehr schnellen Schwenks gibt es leichte Ruckler. Da sind (deutlich teurere) Profi-Modelle mit schnellem Zwischenspeicher auf dem Sensor (Stacked Sensor) wie die
Canon EOS R3, die
Nikon Z9und die
Sony Alpha 1klar besser. Prima: Der Sucher ragt ziemlich weit nach hinten, da müssen Sie Ihre Nase beim Durchgucken nicht so sehr aufs Display quetschten. Das alles bietet aber auch das Schwestermodell Lumix S5 II – die S5 IIx bringt keine weiteren Vorteile.

Die Panasonic Lumix S5 IIx filmt auf Wunsch auch in Apples Profi-Videoformat ProRes. Das frisst enorme Datenmenge, liefert dafür aber auch Topqualität.
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Videofilmen in 4K (Auflösung 3840x2160) ist bei Panasonic schon lange eine Selbstverständlichkeit. Dazu kommen bei der Lumix S5 IIx extrem viele Zusatzfunktionen in diesem Bereich. Wie die Lumix S5 II bietet die Lumix S5 IIx beispielsweise die Möglichkeit, eine HDR-Aufnahme mit erweitertem Kontrastumfang (HLG) zu erstellen oder die Möglichkeit, Videos mit 10 Bit Farbtiefe oder im Log-Format (V-Log) aufzunehmen, um die Videos später besser nachbearbeiten zu können. Top für Action: Die Lumix S5 IIx filmt in 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde (4K60p), auf Wunsch auch im etwas breiteren 17:9-Format Cine4K. Die Videos sehen auch ohne Profi-Funktionen richtig gut aus, der Ton ist allerdings wie bei fast allen Kameras etwas hallern, wenn das eingebaute Mikrofon zum Einsatz kommt. Wer nicht nachvertonen will, schließt einfach ein externes Mikrofon sein, das können mit dem Adapter
DMW-BLK22Eauch Profi-Mikrofone mit XLR-Anschluss sein. Dazu kommen bei der Lumix S5 IIx weitere Optionen – etwa die Möglichkeit, über ein WLAN oder Smartphone live zu streamen sowie eine Videoaufnahme im RAW-Format über die HDMI-Buchse (siehe Bild unten) mit externen Rekordern von Atomos und Blackmagic, etwa dem
Atomos Ninja V+. Die RAW-Aufnahme lässt sich bei der Lumix S5 II für 200 Euro freischalten.
Wie die meisten teureren Kameras von Panasonic filmt die Lumix S5 IIx ohne Zeitbegrenzung, wenn man sie von einem USB-C-Netzteil mit Strom versorgt. Im Test waren in 4K30p über 22 Stunden am Stück drin, dann war die 1-Terabyte-SD-Karte voll. Noch länger filmen klappt mit einer externen SSD, die benötigen Sie auch zum Aufnehmen in Apples Profi-Videoformat ProRes in 4K (siehe Bild oben), denn nur so können die enormen Datenmengen, die die Kamera in diesem Modus erzeugt, schnell genug weggeschrieben werden. Empfehlenswerte SSD finden Sie im "
Vergleichstest externe SSD". Wie bei der Lumix S5 II steckt auch bei der Lumix S5 IIx ein Lüfter im Suchergehäuse, der bei sehr hohen Datenraten oder in sehr warmer Umgebung verhindern soll, dass sich die Kamera überhitzt und dann die Aufnahme unterbricht. Mit den Standardeinstellungen schaltet sich der Lüfter automatisch ein. Beim Filmen in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde bei Zimmertemperatur blieb dieser aber selbst nach über 20-stündiger Aufnahmezeit aus. Im Akkubetrieb filmte die Lumix S5 IIx im Test deutlich über zwei Stunden mit einer Akkuladung. Mit dem Batteriegriff
DMW-BLK22Eund einem zweiten Akku (
DMW-BLK22E) sind sogar gut viereinhalb Stunden möglich.

Zu den Anschlüssen der Panasonic Lumix S5 IIx gehören eine HDMI-Buchse im voller Baugröße und eine USB-C-Buchse, an die sich eine externe SSD anschließen lässt.
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Lange Zeit hat Panasonic auf eine eigene Autofokus-Messmethode gesetzt: eine Spezialvariante der Kontrastmessung, Depth from Defocus (DFD) genannt. Dabei stellt die Kamera vor der eigentlichen Aufnahme absichtlich falsch und wertet die Unterschiede im Kontrastverlauf der einzelnen Aufnahmen auf. Das sorgt für eine hohe Genauigkeit, hat aber den Nachteil, dass die Messergebnisse verfälscht werden, wenn sich das Motiv schnell bewegt, weil die Kamera die Bewegungsrichtung nur schwer erkennen kann. Diesen Sonderweg hat Panasonic mit der Lumix S5 II beendet. Und so misst auch der Autofokus des Schwestermodells Lumix S5 IIx wie die Konkurrenz mit der Phase-Change-Technik, genauso schnell und ebenso genau wie die Technik der Lumix S5 II. Im Vergleich zu älteren Lumix-S-Modellen (S1, S1R und S5) führt das zu einer deutlich besseren Schärfenachführung bei sich bewegenden Motiven. Wie bei der Lumix S5 II erkennt der Autofokus der Lumix S5 IIx automatisch eine Vielzahl von Motiven und stellt beispielsweise automatisch auf die Augen scharf. Das funktioniert selbst aus einiger Entfernung und vor allem auch beim Filmen sehr zuverlässig.
Panasonic
1.449,00 EUR
Die Panasonic Lumix S5 IIx ist eine echte Videospezialistin. Wer "nur" fotografiert, kommt mit dem Schwestermodell Lumix S5 II günstiger weg – bei gleicher Leistung: Beide Kameras sind kompakt und solide gemacht, beide liefern tolle Aufnahmen – selbst bei wenig Licht. Der Aufpreis für die Lumix S5 IIx lohnt sich nur für Videofans und Videoprofis, die Profiformate wie Apple ProRes einsetzen oder eine externe SSD als Aufnahmemedium verwenden möchten.
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