Einmal komplett neu: so das Motto der Panasonic Lumix S1RII – innen und außen. Und das hat sich gelohnt, wie der Test der Vollformat-Systemkamera zeigt.
Das Gehäuse der Panasonic Lumix S1RII fällt deutlich kleiner aus als bei der Vorgängerin.
Foto: COMPUTER BILD
Einmal komplett neu: so das Motto der Panasonic Lumix S1RII – innen und außen. Und das hat sich gelohnt, wie der Test der Vollformat-Systemkamera zeigt.
Die Panasonic Lumix S1RII fällt für eine Top-Profikamera recht klein und sehr handlich aus. Sie überzeugt mit sehr hoher Bildqualität und extrem vielen Videofunktionen – einschließlich 8K mit 30 Bildern pro Sekunde oder 4K mit 120 Bildern pro Sekunde. Die Auswahl an Objektiven fällt bei Panasonic kleiner aus als bei der Konkurrenz, dafür finden Fotografinnen und Fotografen aber auch bei anderen Herstellern der L-Mount-Alliance – etwa Leica und Sigma – viele Optiken mit L-Bajonett. Gegenüber der Vorgängerin hat sich die Lumix S1RII in nahezu allen Punkten verbessert: kleiner, leichter, bessere Bildqualität, mehr Tempo und viel mehr Videofunktionen. Eine der wichtigsten Verbesserungen in der Praxis ist der neue Autofokus mit Phase-Change-Technik: Der ist deutlich schneller und genauer als der der Lumix S1R.
Pro
Kontra
Das hat lange gedauert! Nach sechs Jahren bringt Panasonic ein neues Flaggschiff für die Vollformat-Systemkameras der Lumix-S-Serie. Die Nachfolgerin der
Panasonic Lumix S1Rkommt mit dem gleichen Top-Profi-Anspruch, ist aber eine komplette Neuentwicklung mit frischem Gehäuse und neuer Technik. Damit macht die Panasonic Lumix S1RII einen echten Sprung nach vorn, wie der Test zeigt.
Die Vorgängerin war ein echter Brocken – schon das Gehäuse der Lumix S1R wog mehr als 1 Kilogramm. Da hat die Lumix S1RII gut 230 Gramm abgespeckt – auf 794 Gramm. Mit kleinen und leichten Objektiven macht das einen großen Unterschied, aber auch mit schwereren wie dem Kit-Zoom Lumix S 24-105mm f4 OIS macht sich das angenehm bemerkbar. Die Schrumpfkur geht nicht auf Kosten der Funktionalität: Der Sucher ist genauso groß und sehr detailreich dank einer Auflösung von 1600x1200 Pixeln (im Marketingjargon 5,76 Megapixel, da die Hersteller jeweils die Subpixel für Rot, Grün und Blau zählen). Nur der Akku fällt mit 16 Wattstunden kleiner aus – die Akkukapazität ist aber typisch für die Größe der Lumix S1RII, auch bei Konkurrenzmodellen. Das Gehäuse erinnert an die kleineren Modelle der S5-Serie wie
Panasonic Lumix S5II, bringt aber mehr Bedienelemente mit. So sitzt beispielsweise unter dem Wahlrad für den Auslösemodus ein Drehschalter zum Umschalten zwischen Foto, Video und S&Q (Zeitlupe- und Zeitrafferaufnahmen) und mit einem Sperrhebel lässt sich ein Teil der Tasten gegen versehentliches Ändern der Kameraeinstellungen sperren.

Der Verschluss der Panasonic Lumix S1RII kann beim Ausschalten automatisch geschlossen werden, um den Sensor vor Verschmutzung zu schützen.
Foto: COMPUTER BILD
Aktuell gibt es die Lumix S1RII bis zu 500 Euro, je nach gekaufter Modellvariante, günstiger im Panasonic Online Store dank Cashback. Bedingung: Die Kamera muss zusammen mit ausgewähltem Zubehör (Objektiv oder Mikrofon) gekauft werden. Der Rabatt wird beim Kauf im Checkout abgezogen. Alle Details zur Aktion, die bis zum 17.8.2026 läuft, gibt es bei
Panasonic.
Der Sensor der Panasonic Lumix S1RII ist eine Neuentwicklung und hat eine etwas geringere Auflösung (8144x5424 statt 8368x5584 Pixel) als der des Vorgängermodells. Dazu kommt ein neuer Bildprozessor, bei Panasonic Venus Engine genannt. Gegenüber dem vorigen Modell hat sich die Bildqualität klar verbessert, vor allem bei wenig Licht und entsprechend hoher ISO-Einstellung ab ISO 1600. Da fällt der Schärfeverlust geringer aus als bei der Lumix S1R. Eine kleine Schwäche der Lumix S1RII bei wenig Licht – mit hoher ISO-Einstellungen fallen die Farben mit dem automatischen Weißabgleich minimal kühl aus. Da lohnt es sich zu prüfen, ob eine andere Weißabgleichseinstellung ein besseres Ergebnis liefert. Wer hier keinen manuellen Wert einstellen will, kann auch die Einstellungen AWBw wählen. Dann reduziert der automatische Weißabgleich rötliches Licht von Glühlampen weniger. Extrem viele Pixel liefert der hochauflösende Modus, im Kameramenü unter "High-Resol.-Aufnahme-Einst." zu finden. Damit lassen sich Fotos mit bis zu 176 Megapixeln (Auflösung 16288x10848 Pixel) schießen. Dazu macht die Lumix S1RII mehrere Aufnahmen hintereinander, bei denen der Sensor jeweils leicht versetzt wird, und setzt diese anschließend zu einem Foto zusammen. Das funktioniert am besten bei unbeweglichen Motiven und wenn die Kamera auf einem Stativ steht. Bewegungen zwischen einzelnen Bildern führen meist zu Schatten oder Farbrändern – je stärker die Bewegungen, desto deutlicher.

Das Display der Panasonic Lumix S1RII kommt mit einer Doppelmechanik: Es lässt sich nach oben und unten klappen sowie zur Seite drehen.
Foto: COMPUTER BILD
Bei den Videofunktionen bieten Systemkameras von Panasonic in der Regel besonders viele Funktionen – das gilt vor allem für das Top-Modell. Die Lumix S1RII filmt nicht nur in 4K (3840x2160 Pixel), sondern auch in diversen anderen Auflösungen – hoch bis zu 8.1K (8128x4288 Pixel) – und Seitenverhältnissen. Zusatzfunktionen für Video, etwa eine HDR-Aufnahme mit erweitertem Kontrastumfang (HLG) oder die Möglichkeit, Videos mit 10 Bit Farbtiefe oder im Log-Format (V-Log) aufzunehmen, um die Videos später besser nachbearbeiten zu können, bringt die Lumix S1RII ebenfalls mit. Top für Action: Die Kamera filmt in 4K mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Die Videos sehen auch ohne Profi-Funktionen richtig gut aus, der Ton ist allerdings – wie bei fast allen Kameras – etwas hallern, wenn das eingebaute Mikrofon zum Einsatz kommt. Wer nicht nachvertonen will, schließt einfach ein externes Mikrofon an, das können mit dem Adapter DMW-XLR2 auch Profi-Varianten mit XLR-Anschluss sein.
Wie die meisten aktuellen Systemkameras von Panasonic filmt die Lumix S1RII ohne Zeitbegrenzung, wenn sie von einem USB-C-Netzteil mit Strom versorgt wird. Mit einer 1-Terabyte-Speicherkarte sind da schnell über zwölf Stunden am Stück möglich. Empfehlenswerte SD-Speicherkarten finden Sie
hier, besonders schnelle mit UHS-II-Technik
hier. Ein Unterschied zu den günstigeren Modellen der S5-Serie – die Lumix S1RII hat zwei verschiedene Steckplätze für Speicherkarten: einmal SD und einmal CFexpress (Typ B). CFexpress-Karten wie die
Sandisk Extreme Pro CFexpressoder die
Transcend CFexpress 820werden beim Filmen mit sehr hoher Datenrate gebraucht, etwa in Apples Profiformat ProRes RAW HQ – dann schreibt die Kamera bis zu 4,2 Gigabit pro Sekunde auf die Karte. Das sind gut 500 Megabyte pro Sekunde.
Typisch für Panasonic: Im Suchergehäuse ist ein eingebauter Lüfter versteckt, der bei sehr hohen Datenraten oder in sehr warmer Umgebung verhindern soll, dass sich die Kamera überhitzt und dann die Aufnahme unterbricht. Mit den Standardeinstellungen schaltet sich der Lüfter automatisch ein. Beim Filmen in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde bei Zimmertemperatur blieb dieser im Test aber selbst nach stundenlangem Filmen aus. Im Akkubetrieb filmte die Lumix S1RII 85 Minuten mit einer Akkuladung.

Die Panasonic Lumix S1RII hat zwei Steckplätze für Speicherkarte: einmal für SD-Karten und einmal für CFexpress-Karten.
Foto: COMPUTER BILD
Beim Autofokus setzte Panasonic lange auf eine Spezialvariante der Kontrastmessung, Depth from Defocus (DFD) genannt. Die Kamera stellt dabei zunächst absichtlich unscharf und vergleicht den Kontrastverlauf der Bilder, um daraus die richtige Schärfeeinstellung zu ermitteln. Das sorgt für eine hohe Genauigkeit, hat aber den Nachteil, dass die Messergebnisse verfälscht werden, wenn sich das Motiv schnell bewegt. Diesen Sonderweg hatte Panasonic mit der Lumix S5 II beendet. Bei den (meisten) neuen Modellen der Lumix-S-Serie (einzige Ausnahme ist bisher die
Lumix S5D) misst der Autofokus seitdem – wie bei der Konkurrenz – mit der Phase-Change-Technik. Im Vergleich zum Vorgängermodell S1R führt das zu einer deutlich besseren Schärfenachführung bei sich bewegenden Motiven. Allerdings arbeiten die Top-Profimodelle der Konkurrenz (
Canon EOS R1,
Nikon Z9oder
Sony Alpha 1 II) bei der Schärfenachführung noch schneller und genauer als die Lumix S1RII. Bei einer Profi-Kamera inzwischen selbstverständlich: Der Autofokus der Lumix S1RII hat eine sehr aufwendige Motiverkennung, die sich auch an das Objekt anpassen lässt (siehe Bild unten).

Die Motivererkennung des Autofokus der Panasonic Lumix S1RII lässt sich sehr genau an das Motiv anpassen.
Foto: COMPUTER BILD
Action-Fotos sind keine Stärke des Vorgängermodells, das macht die Panasonic Lumix S1RII deutlich besser. Das liegt vor allem an der verbesserten Schärfenachführung und der viel besseren Motiverkennung. Mit Autofokus und eingeschalteter Schärfenachführung schaffte die Lumix S1RII im Test 8 Bilder pro Sekunde – das ist für ein Profi-Top-Modell ein eher mäßiger Wert und sogar minimal schlechter als die Leistungsfähigkeit der Lumix S1R (8,3 Bilder pro Sekunde). Grund dafür ist die eingesetzte Technik: Mit den Standardeinstellungen bremst hier der mechanische Verschluss. Wer vom mechanischen auf den elektronischen Verschluss umschaltet, steigert das Serienbildtempo deutlich, dann sind bis zu 40 Bilder pro Sekunde drin. Allerdings mit Einschränkungen: Mit dem elektronischen Verschluss sind keine Blitzaufnahmen möglich und bei schnellen Querbewegungen kann das Motiv verzerrt werden, weil der Sensor der Lumix S1RII kein Stacked-Sensor mit zusätzlichem Speicher auf dem Sensor ist – wie er in den Konkurrenzmodellen
Canon EOS R5 Mark IIoder Nikon Z8 steckt –, und daher länger zum Auslesen des Bildsensors braucht.
Panasonic
3.145,00 EUR
Die Objektivpalette von Panasonic für die Lumix-S-Serie fällt im Vergleich zur Konkurrenz kleiner aus. So bieten Canon und Nikon (Stand: März 2023) jeweils rund 40 Systemkameraobjektive im Vollformat an, Sony sogar über 50. Bei Panasonic sind es 19 Objektive. Einige der älteren sind echte Brummer, etwa die Profi-Zooms Panasonic Lumix S Pro 24-70mm 2.8 oder Panasonic Lumix S Pro 70-200mm f2.8 OIS. Die neueren Objektive des Herstellers fallen dagegen meist ziemlich kompakt aus. Dazu gehört beispielsweise eine Serie mit fünf Festbrennweiten mit Lichtstärke f1.8, die vom Panasonic Lumix S 18mm f1.8 bis zum Panasonic Lumix S 85mm f1.8 reicht oder das neue Standardzoom Panasonic Lumix S 24-60mm f2.8, das trotz hoher Lichtstärke und aufwendigem Wetterschutz nur 544 Gramm wiegt. Wer bei Panasonic nicht fündig werden sollte, kann sich auch bei den anderen Herstellern der von Leica gegründeten L-Mount-Alliance für den Objektivanschluss (L-Mount) der Lumix S1RII bedienen. Die Palette reicht von sündhaft teuren, aber optisch exzellenten Linsen wie dem Leica Apo-Summicron-SL 90mm f2 bis zu besonders kompakten oder sehr günstigen Optiken wie dem Sigma 45mm f2.8 DG DN Contemporary.
Die Panasonic Lumix S1RII fällt für eine Top-Profikamera recht klein und sehr handlich aus. Sie überzeugt mit sehr hoher Bildqualität und extrem vielen Videofunktionen – einschließlich 8K mit 30 Bildern pro Sekunde oder 4K mit 120 Bildern pro Sekunde. Die Auswahl an Objektiven fällt bei Panasonic kleiner aus als bei der Konkurrenz, dafür finden Fotografinnen und Fotografen aber auch bei anderen Herstellern der L-Mount-Alliance – etwa Leica und Sigma – viele Optiken mit L-Bajonett. Gegenüber der Vorgängerin hat sich die Lumix S1RII in nahezu allen Punkten verbessert: kleiner, leichter, bessere Bildqualität, mehr Tempo und viel mehr Videofunktionen. Eine der wichtigsten Verbesserungen in der Praxis ist der neue Autofokus mit Phase-Change-Technik: Der ist deutlich schneller und genauer als der der Lumix S1R.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Panasonic Lumix S5 IIx: Test der Systemkamera für Videofans | 0 | 7.9 | 09-07-2026 |
| 2 | Canon EOS R6 V: Test der Vollformat-Systemkamera | 0 | 7.14 | 08-08-2026 |
| 3 | Leica SL3-P: Test der Vollformat-Systemkamera | 0 | 18.55 | 02-08-2026 |
| 4 | Panasonic Lumix S1IIE: Test der Profi-Systemkamera | 2 | 7 | 12-07-2026 |
| 5 | Sony Alpha 7R VI: Neue Systemkamera im Praxis-Check | 0 | 13.2 | 15-05-2026 |
| 6 | Sony Alpha 7R VI: Test der Vollformat-Systemkamera | 0 | 10.36 | 25-06-2026 |
| 7 | Leica SL3-P: Neue Vollformat-Systemkamera im ersten Check | 0 | 20.76 | 25-06-2026 |
| 8 | Panasonic Lumix L10: Test der Kompaktkamera | 0 | 7.12 | 19-07-2026 |
| 9 | Sony FX5: Video-Profikamera mit neuem Sensor | 0 | 23.43 | 22-07-2026 |
| 10 | Sony Alpha 7CR im Test: Kompakt, leicht und extrem detailreich | 0 | 6.81 | 19-06-2026 |