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Finance Forward: Commerzbank-Zittern, Firmendiebe mit Bafin-ID, YouLend, Klarna, Trade Republic

Дата публикации: 08-07-2026 04:59:00

Wie geht es weiter zwischen Commerzbank und UniCredit, wie funktioniert die Betrugsmasche mit der Bafin-ID, was plant Klarna in den USA – und für wen rechnet sich $TRUMP? Das und vieles mehr in unserem wöchentlichen Newsletter „Finance Forward“.

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Die Meldung des Tages erwarten wir heute aus Mailand. Die UniCredit wird mitteilen, wie viele Commerzbank-Aktien ihr in der verlängerten Angebotsfrist ihrer Übernahmeofferte am Ende angedient wurden. Prognose: eher viele.

Und danach? Irgendwann müssen die beiden Seiten miteinander reden. Über die Zukunft der Bank, über eine konstruktive Lösung, über die Frage, wie ein Großaktionär mit diesem Gewicht und ein Vorstand, der bisher Unabhängigkeit predigt, zusammenfinden. Die große Frage ist deshalb: Wer zuckt zuerst? Geht CoBa-Chefin Bettina Orlopp (56) auf Andrea Orcel (63) zu? Oder wartet sie bis zu den Quartalszahlen am 6. August, wenn sie üblicherweise eh mit den Investoren spricht? Oder bewegt sich gar Orcel und ruft in Frankfurt an (oder kommt er gar zum Kaffee vorbei)?

Topstory: Die Masche der Firmendiebe
Betrugsopfer: Mit Advocado wurde Maximilian Block einst bekannt (hier ein Bild von 2019), seine jüngste Firma Valhallion wurde von Kriminellen ruiniert

Betrugsopfer: Mit Advocado wurde Maximilian Block einst bekannt (hier ein Bild von 2019), seine jüngste Firma Valhallion wurde von Kriminellen ruiniert

Foto: advocado

In der deutschen Start-up-Szene ist der Advocado-Gründer Maximilian Block (43) eines der bekannteren Gesichter. Im vergangenen Jahr wollte er mit einem neuen Wagniskapitalfonds namens Valhallion loslegen. Doch noch bevor die Firma richtig gestartet war, hatten Betrüger schon eine Fake-Webseite mit allen Firmendaten und der Bafin-ID gebaut – und versuchten mit scheinbar lukrativen Festgeldangeboten Opfer zu finden. „Ich bin aus allen Wolken gefallen“, hat Block unserem Autor Lars-Thorben Niggehoff erzählt. Blocks Vermutung: Die Daten könnten ausgerechnet aus einer Datenbank der Finanzaufsicht Bafin stammen. So funktioniert die Masche der Firmendiebe. 

Köpfe: Sebastian Siemiatkowski ++ Leonard Strigel ++ Mirko Hüllemann ++ Vitalik Buterin
Amerika, wir kommen: Klarna-Chef Sebastian Siemiatkowski

Amerika, wir kommen: Klarna-Chef Sebastian Siemiatkowski

Foto: Jack Mikrut / TT / IMAGO
  • Sebastian Siemiatkowski (44), CEO von Klarna, hat in den USA den Antrag auf eine Banklizenz gestellt. Der nächste logische Schritt vom ursprünglichen Buy-now-pay-later-Player zum Allrounder. Einen Namen (Klarna Bank USA), einen Standort (Utah) und einen Chef (US-Bankenveteran Gary Harding) hat er auch  schon.

  • Leonard Strigel, Europachef von YouLend, gibt eine Wasserstandsmeldung: Über die Lieferplattformen von Just Eat Takeaway – hierzulande als Lieferando unterwegs – hat die Kreditplattform insgesamt 150 Millionen Euro an Restaurants vergeben, knapp 29 Millionen Euro davon in Deutschland. Ein Achtungserfolg, aber im Vergleich zur Branche erst ein Anfang.

  • Mirko Hüllemann, Ex-Unzer-Chef, Berater Ruben Weigand und Ex-Wirecard-Managerin Brigitte Häuser-Axtner gehören laut „Handelsblatt“  offenbar zu den neun Personen, die von der Staatsanwaltschaft Koblenz im Zuge der „Operation Chargeback“ angeklagt werden. Die drei sitzen seit Monaten in U-Haft und lassen die Anschuldigungen zurückweisen. Umfang der Anklage: schlanke 2400 Seiten.

  • Vitalik Buterin (32), Mitgründer von Ethereum, hat einen der größten Umbauten in der Geschichte des Blockchain-Projekts angekündigt . Nach intensiven Diskussionen mit der Berliner Crowd soll er wohl in den nächsten Jahren umgesetzt werden.

Zahl der Woche: 93

Erst in der vergangenen Woche hat Christian Hecker (36), der umtriebige Frontmann von Trade Republic, mit seiner Ankündigung, alle Wertpapierdeals künftig mit einer eigenen Handelsmaschine statt über den langjährigen Vertragspartner Lang & Schwarz abzuwickeln, für Trubel gesorgt. Meine Kollegin Katharina Slodczyk hat hier die Logik des neuen Modells analysiert . Schon am Folgetag, so berichtete es „Finanz-Szene“  unter Bezug auf öffentlich zugängliche Daten, brach der Handel bei der zuständigen Tochter LS Exchange im Vergleich zum Normalbetrieb ein: um 93 Prozent. Per Ad-hoc-Mitteilung hatte Lang & Schwarz ja bereits vergangene Woche vor möglichen Auswirkungen auf das Geschäft gewarnt, das klang allerdings wesentlich moderater. Wir bleiben dran.

Margin Call: Die Ökonomie des $TRUMP
Coin-King: US-Präsident Donald Trump

Coin-King: US-Präsident Donald Trump

Foto: Abdullah Guclu / AFP

Wer auf die Idee gekommen war, der Memecoin $TRUMP sei eine „Investment-Oppurtunity“, wurde schon auf der Webseite des Kryptoprojekts des US-Präsidenten Donald Trump (80) korrigiert. Demnach sei die Währung lediglich eine Form des „Supports“. Dieser Support kam die Massen teuer zu stehen, wie nun eine Analyse der Firma Nansen für die „New York Times“ zeigt: Rund eine Million Investoren haben demnach 3,81 Milliarden Dollar verloren. Ein kleinerer Teil hat durchaus ordentliche Gewinne eingefahren, das zeigt die Studie auch. Bester Gewinner dürfte dabei Trump selbst sein: Er hat im Jahr 2025 rund 636 Millionen Dollar verdient – er bekam immer Geld, wenn der Token gehandelt wurde. Insgesamt hat er in seinem ersten Amtsjahr in dem Segment 1,16 Milliarden verdient. Kein Wunder, dass der Präsident so ein Kryptofan ist.

Das war es für diese Woche. Wenn ihr Anregungen oder Recherchehinweise habt, meldet euch gern unter financeforward@manager-magazin.de . Und empfehlt uns gern Freunden und Freundinnen weiter – sie können den Newsletter hier abonnieren.

Viele Grüße
Euer Lukas Heiny

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