Markus Braun und das große Wirecard-Finale, die erste Ansage des neuen N26-Chefs, mittelalterliche Schinken als alternatives Asset und eine Einhornschmiede für Berlin: das und vieles mehr in unserem wöchentlichen Newsletter „Finance Forward“.
Liebe Leserin, lieber Leser,
Antoine Le Nel ist zurzeit sportlich unterwegs: Mal sieht man den Revolut-Marketingboss bei der Formel 1, mal courtside bei einem NBA-Spiel in Berlin. Kaum ein anderer Neobanker pumpt gerade so viel Budget in die globale Expansion wie er – allein im vergangenen Jahr kamen 16 Millionen neue Kundinnen und Kunden hinzu. Nächstes Ziel: der Durchbruch in den USA. Doch wie sieht das Playbook von Europas wertvollstem Start-up genau aus? Und wie will Le Nel in Deutschland Erfolg haben? Darüber spricht der Revolut-CMO in knapp 27 Tagen auf einer der großen Bühnen beim OMR-Festival in Hamburg, das wir von „Finance Forward“ mitorganisieren. Tickets gibt es übrigens hier.
Unsere weiteren Themen:
Topstory: Markus Braun und das große Wirecard-Finale
Podcast: Daniel Dippold über seine Einhornschmiede Ewor
Personalie: Die erste Ansage des neuen N26-Chefs
Topstory: Das Wirecard-Finale
In den Hauptrollen: Richter Markus Födisch (o.) entscheidet über das Schicksal von Ex-Wirecard-Chef Markus Braun (2. v. o.) – im Gerichtssaal stets mit Verteidigerin Theres Kraußlach an seiner Seite – und des einstigen Dubai-Statthalters Oliver Bellenhaus (u. l.)
Illustration: Klawe Rzeczy / manager magazin; Fotovorlage: picture alliance (4), Bloomberg / Getty Images, IMAGO, dpa (2), SZ PhotoNach fast dreieinhalb Jahren kündigt sich diesen Sommer ein filmreifer Showdown im Gerichtssaal A 101 in München-Stadelheim an: das Urteil im Wirecard-Prozess. Markus Braun (56), dem angeklagten Ex-CEO des implodierten Zahlungsdienstleisters, werden in dem Monsterprozess bekanntlich Marktmanipulation, Betrug und Untreue vorgeworfen. Der will davon nichts wissen, weist alles zurück und zieht den Prozess mit immer neuen Anträgen in die Länge. „Der Mann inszeniert sich als dümmster CEO aller Zeiten“, resümiert meine Kollegin Katharina Slodczyk, die den Prozess teilweise vor Ort verfolgt hat und jetzt noch einmal mit Brauns Pflichtverteidigerin Theres Kraußlach (34) in Erfurt sowie zahlreichen Prozessbeteiligten gesprochen hat. Ihr Eindruck: Die Strategie des Ex-Chefs droht zu scheitern. Aber lest selbst: Das große Wirecard-Finale vor Gericht .
Podcast: Daniel Dippold baut das deutsche Y Combinator
Einhorn-Scout: Investor Daniel Dippold sucht mit Ewor nach den besten Gründerinnen und Gründern
Foto: [M] manager magazin, Viktor StrasseDas kalifornische Gründerzentrum Y Combinator ist weltweit als Einhornschmiede berühmt. Milliardenfirmen wie Airbnb, Stripe, Coinbase oder Dropbox nahmen hier ihren Anfang. Der deutsche Investor Daniel Dippold (31) möchte mit einem A-Team aus gestandenen Gründern – darunter Petter Made von SumUp und Paul H. Müller (42) von Adjust – eine ähnliche Start-up-Brutstätte in Berlin hochziehen: Ewor. Rund 70 Millionen Dollar haben sie dafür bereits bei Investoren eingesammelt. Doch wie wollen sie sich im Wettbewerb um die besten Gründerinnen und Gründer absetzen? Und wo sieht Dippold die aussichtsreichsten Wetten? Darüber hat er im Podcast mit meinem Kollegen Caspar Schlenk gesprochen.
Köpfe: Oliver Behrens ++ Mike Dargan ++ Tarek Mansour ++
Geht in die Verlängerung: FlatexDegiro-Chef Oliver Behrens
Foto: Martin JoppenOliver Behrens (62), CEO von FlatexDegiro, darf den Frankfurter Neobroker wohl noch zwei Jahre länger führen. Der Aufsichtsrat hat seinen Vertrag, der eigentlich nächstes Jahr enden sollte, bis 2029 verlängert. Nach mehreren Abgängen im Vorstand soll damit nun wieder etwas Ruhe einkehren.
Mike Dargan (48) hat gerade seine erste Woche als CEO der Berliner Digitalbank N26 absolviert. N26 müsse sich auf Innovation und Vertrauen fokussieren, so seine Ansage zum Start. Dargans Fotogruß aus dem neuen Büro wirkt jedenfalls schon sehr bodenständig-vertrauensvoll – samt gerahmten Porträts von Hund und Familie.
Tarek Mansour (29), Gründer und CEO der Krypto-Wettplattform Kalshi, ist mit seinen Prognosedaten zu Wahlen, Sportbegegnungen und Kulturereignissen künftig auch beim US-Sender FOX News zu sehen. Nach Deals mit CNN und CNBC gewinnt Kalshi damit weiter an Sichtbarkeit im amerikanischen TV.
Margin Call: Haalands alte Schinken
Alternative Geldanlage: Starkicker Erling Haaland investiert in mittelalterliche Sagen
Foto: Paul Childs / Action Images / ReutersErling Haaland (25) investiert ausweislich seines Instagram-Profils gern in schöne Dinge: Luxustaschen von Hermès, eine goldene Breitling, schnelle Autos. Nun hat der Stürmerstar von Manchester City eine neue Anlageklasse entdeckt: mittelalterliche Literatur. Kurz vor Weihnachten ersteigerte der norwegische Golden Boy einen rund 430 Jahre alten Wälzer mit Wikingersagen des isländischen Dichters Snorre Sturlason, wie jetzt herauskam. Kaufpreis des Schinkens: 120.000 Euro. Als Gute-Nacht-Lektüre ist das Buch natürlich viel zu schade. Mittelalterliche Handschriften etablieren sich indes zunehmend als alternatives Asset. Je nach Handkolorierung, Goldverzierung, Umfang, Text, Größe und Zustand würden Sammler teils Millionenbeträge zahlen, sagt Ute Olliges-Wieczorek von der Universitäts- und Landesbibliothek in Düsseldorf im Gespräch mit meinem Kollegen Christoph Rottwilm . „Fürsten haben zum Teil Edelsteine auf die Einbände gebracht“, so die Expertin. Das käme Haalands glitzernder Breitling wiederum sehr nahe.
Das war es für diese Woche. Wenn Ihr Anregungen oder Recherchehinweise habt, meldet Euch gern unter financeforward@manager-magazin.de . Und empfehlt uns gern Freunden und Freundinnen weiter – sie können den Newsletter hier abonnieren.
Viele Grüße
Eure Hannah Schwär
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