Es war das Gesprächsthema des vergangenen Rennwochenendes in der Formel 1. Mercedes-Pilot George Russell fuhr beim Qualifying seine schnellste Runde trotz einer Gelben Flagge, während viele andere ihre Runde abbrachen. Für die Entscheidung gab es viel Kritik, die ausgerechnet der gecrashte Max Verstappen nicht versteht.

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Es war das Gesprächsthema des vergangenen Rennwochenendes in der Formel 1. Mercedes-Pilot George Russell fuhr beim Qualifying seine schnellste Runde trotz einer Gelben Flagge, während viele andere ihre Runde abbrachen. Für die Entscheidung gab es viel Kritik, die ausgerechnet der gecrashte Max Verstappen nicht versteht.
"Dass der Fahrer das dann natürlich für sich optimiert, finde ich legitim. Ich hätte wahrscheinlich versucht, dasselbe zu tun", gab der vierfache Weltmeister vor dem Rennen in Silverstone zu. "So läuft das nun mal."
Der Red-Bull-Pilot war in Spielberg in Q3 kurz vor dem Ende in Kurve neun abgeflogen und hatte eine Gelbe Flagge verursacht. George Russell musste an der Unfallstelle vorbei, holte sich dennoch die Pole Position weil er im richtigen Moment das Gas "lupfte" und sich so im Rahmen des Regelwerkes bewegte.
Viele weitere Fahrer, unter anderem der WM-Führende Kimi Antonelli, brachen ihre Runde derweil ab. "Es sollte gar nicht erst erlaubt oder unmöglich sein, seine Runde so zu beenden", fand im Übrigen auch Max Verstappen.
"Ich denke, wir haben diese Dinge bei einer einfachen gelben Flagge immer noch nicht wirklich im Griff. Also wie viel man verlangsamen muss, oder zum Beispiel bei Doppelgelb. Weil einige mehr verlangsamen als andere. Der eine macht es richtig, der andere falsch. Es ist ein sehr schwieriges Thema", so der Niederländer.
Der Zwischenfall vom Wochenende machte eine alte Diskussion nun erneut auf, denn schwierige Entscheidungen der Rennleitung nach Unfällen gibt es schon seit langer Zeit. Unvergessen ist Michael Schumachers Parkmanöver in der Rascasse 2006 oder auch Rosbergs "Unfall" in Monaco, als er verhinderte, dass Lewis Hamilton seine Zeit noch einmal unterbieten konnte.
So hätte es theoretisch auch in Spielberg sein können, weiß Carlos Sainz: "Wenn Max im ersten Versuch auf Pole gestanden hätte und dann diesen Unfall verursacht, und dann sind alle von der roten Flagge betroffen und niemand verbessert seine Zeit - dann wäre das unfair gegenüber George, Kimi und allen anderen, weil der Typ auf der Pole uns keine Chance gibt, die Rundenzeit zu verbessern."
"Ich habe mittlerweile so viele Fälle erlebt, in denen die Leute an Orten wie Baku und Monaco in Q1, Q2 und Q3 gelbe Flaggen erzwingen. Für mich muss da eine Lösung gefunden werden", sagt Sainz und hat einen Vorschlag, den er beim nächsten Fahrermeeting einbringen möchte.
"Ich finde, dass jeder, der im Qualifying eine gelbe oder rote Flagge verursacht, um drei Startplätze nach hinten versetzt werden sollte", sagt er. "So wird man zumindest bestraft und verliert den Anreiz, absichtlich eine Flagge zu provozieren."
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