Der Audi-Standort in Neckarsulm könnte in ein paar Jahren Geschichte sein. Das hätte laut Ministerpräsident Cem Özdemir fatale Folgen für die Region Heilbronn.
Stand: 09.07.2026, 14:17 Uhr
Von: Adrian Kilb

Der Audi-Standort in Neckarsulm könnte in ein paar Jahren Geschichte sein. Das hätte laut Ministerpräsident Cem Özdemir fatale Folgen für die Region Heilbronn.
Großer Aktionstag gegen die VW-Sparpläne: In Neckarsulm, wo im Werk der Volkswagen-Tochter Audi mehr als 15.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, steigt am Donnerstag eine Kundgebung der IG Metall. Anlass ist eine Aufsichtsratssitzung am Donnerstag, auf der die Bosse des Kontrollgremiums über mögliche Einschnitte beraten. Auch Werkschließungen stehen zumindest mittelfristig im Raum. Auf der Streichliste neben Hannover, Emden und Zwickau auch der Standort Neckarsulm.
Ein drohender Rückzug des Automobilproduzenten aus dem Landkreis Heilbronn „wäre ein fatales, politisches Signal. Es würde die Debatte über die Deindustrialisierung Deutschlands verschärfen“, warnt Cem Özdemir, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, in einem Brief an Volkswagen-Chef Oliver Blume, aus welchem die dpa in Stuttgart zitiert.
Neben den rund 15.000 Audi-Beschäftigten seien noch weitere Arbeitsplätze in Gefahr, da ein dichtes Netz an Zulieferfirmen dem Autohersteller zuarbeitet. Dieser industrielle Kern drohe mit der kolportierten Nachricht einer möglichen Betriebsschließung irreversibel verloren zu gehen.
Nach der Aufsichtsratssitzung am Donnerstagnachmittag gegen 14.30 möchte der VW-Konzern zügig über mögliche Entscheidungen informieren. Diese werden aber nur häppchenweise bekannt gegeben. In den kommenden Wochen sollen laut der Heilbronner Stimme weitere Chefrunden folgen.
Eine Schließung von Neckarsulm würde das in den vergangenen Jahren aufgebaute Ökosystem rund um Künstliche Intelligenz substanziell schwächen, so Özdemir. „Ohne einen industriellen Großabnehmer in unmittelbarer Nähe fehlen Skaleneffekte, die Deutschland so dringend braucht.“
Audi ist am Innovationspark Künstliche Intelligenz (IPAI) in Heilbronn beteiligt und forscht, wie KI in der Produktion eingesetzt werden kann. Mit dem IPAI verbindet die Käthchenstadt die Hoffnung, in Europa eine Vorreiterrolle bei KI einnehmen zu können.
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