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Unsere Freibäder sind kein Problem, aber Gäste, die sich nicht an Regeln halten

Дата публикации: 05-07-2026 13:49:00

Freibäder geraten immer häufiger in die Kritik. Dabei sorgt nur eine kleine Minderheit dafür, dass alle unter Generalverdacht geraten.

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Freibäder geraten immer häufiger in die Kritik. Dabei sorgt nur eine kleine Minderheit dafür, dass alle unter Generalverdacht geraten.

An den heißen Sommertagen erreichen mich viele Meldungen über Polizeieinsätze, Vorfälle mit Sicherheitsdienste oder Auseinandersetzungen in Freibädern. Dadurch entsteht ein Bild, das der Realität nicht gerecht wird.

Nach Jahrzehnten am Beckenrand bin ich überzeugt: Nicht unsere Freibäder sind das Problem, sondern die wenigen Menschen, die meinen, Regeln würden für sie nicht gelten. Nicht jede Schlagzeile zeigt die ganze Wahrheit

Wenn ich in diesen Wochen die Berichterstattung über Freibäder verfolge, habe ich manchmal das Gefühl, dass ein völlig falscher Eindruck entsteht. Kaum vergeht ein heißes Wochenende, ohne dass irgendwo über einen Polizeieinsatz, eine Schlägerei oder den Einsatz eines Sicherheitsdienstes berichtet wird.

Es entsteht ein ganzes falsches Bild von unseren Freibädern

Solche Meldungen verbreiten sich schnell, werden tausendfach geteilt und bleiben im Gedächtnis. Irgendwann entsteht fast automatisch das Bild, Freibäder seien heute Orte, an denen ständig Konflikte entstehen.

Nach Jahrzehnten am Beckenrand kann ich nur sagen: Dieses Bild entspricht nicht dem Alltag, den ich seit vielen Jahren erlebe.

Wer Vorfälle kleinredet, verschließt die Augen vor der Realität

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Die Vorfälle gibt es und niemand, der im Bäderbereich arbeitet, wird das bestreiten. Mitarbeiter werden beleidigt, Anweisungen ignoriert und manchmal eskaliert eine Situation so weit, dass Polizei oder Sicherheitsdienst eingreifen müssen.

Ein vollgepacktes Freibad an einem Sommertag

Ein vollgepacktes Freibad an einem Sommertag (Symbolbild). Imago

Wer das kleinredet, verschließt die Augen vor der Realität. Genauso falsch finde ich es aber, daraus den Schluss zu ziehen, unsere Freibäder hätten grundsätzlich ein Problem. Denn genau das haben sie aus meiner Sicht nicht.

Die allermeisten Besucher begegnen sich freundlich

An einem sonnigen Sommertag besuchen oft tausende Menschen ein Freibad. Familien breiten ihre Decken auf der Liegewiese aus, Kinder planschen stundenlang im Wasser oder üben mutig ihre ersten Sprünge vom Beckenrand, Jugendliche treffen sich mit Freunden und ältere Menschen genießen ein paar ruhige Bahnen im Schwimmerbecken. Für die meisten gehört ein Freibad einfach zum Sommer dazu – als Ort, an dem man abschalten, lachen und gemeinsam Zeit verbringen kann.

Genau diesen Alltag erlebe ich seit Jahrzehnten. Die allermeisten Besucher begegnen sich freundlich, nehmen Rücksicht und halten sich ganz selbstverständlich an die Regeln. Über diese Menschen spricht allerdings kaum jemand.

Sie sorgen für keine Schlagzeilen, weil sie sich so verhalten, wie es in einem respektvollen Miteinander selbstverständlich sein sollte.

Das eigentliche Problem ist eine kleine Minderheit

Das eigentliche Problem ist eine kleine Minderheit, die glaubt, Regeln seien etwas, worüber man beliebig diskutieren könne. Dabei geht es im Freibad nicht um Schikanen oder darum, jemandem den Tag zu vermiesen.

Jede Regel verfolgt einen klaren Zweck. Sie soll dafür sorgen, dass tausende Menschen gleichzeitig sicher baden, schwimmen und ihre Freizeit genießen können.

Ralf Großmann

Ralf Großmann Ralf Großmann

Wer seit vielen Jahren Verantwortung am Beckenrand trägt, weiß, dass viele dieser Regeln nicht zufällig entstanden sind. Hinter ihnen stehen Erfahrungen, manchmal auch Unfälle oder Situationen, die niemand ein zweites Mal erleben möchte. Genau deshalb fällt eine Entscheidung des Personals selten aus einer Laune heraus. Sie dient fast immer dem Schutz der Badegäste.

Erst wenn die Polizei kommt, wird über einen Fall berichtet

Ich habe in meinem Berufsleben unzählige Gespräche mit Besuchern geführt. Die allermeisten verlaufen ruhig und respektvoll. Viele Menschen verstehen sofort, warum eine Entscheidung getroffen wird. Schwieriger wird es dort, wo einzelne jede Ansprache als persönlichen Angriff verstehen.

Ein Junge auf einem Sprungbrett in einem Freibad

Ein Junge auf einem Sprungbrett in einem Freibad Imago

Aus einer einfachen Bitte wird plötzlich eine Grundsatzdiskussion. Aus einer Diskussion entsteht Streit. Und manchmal endet genau das in einem Polizeieinsatz, über den am nächsten Tag bundesweit berichtet wird.

Konsequenz schützt die vielen friedlichen Badegäste

Genau an diesem Punkt wünsche ich mir eine andere Diskussion. Wir sollten endlich aufhören, Freibäder grundsätzlich schlechtzureden. Wer an einem warmen Sommertag ein Freibad besucht, erlebt in aller Regel keinen Ort voller Konflikte, sondern Familien, Kinder, Jugendliche und Senioren, die gemeinsam ihre Freizeit genießen. Diese Menschen sind die große Mehrheit, auch wenn sie in den Schlagzeilen kaum vorkommen.

Was wir stattdessen brauchen, ist der Mut, konsequent gegen diejenigen vorzugehen, die bewusst Grenzen überschreiten. Wer andere Badegäste bedroht, das Personal beleidigt oder sich weigert, einfache Regeln einzuhalten, darf nicht das Gefühl bekommen, dass sein Verhalten ohne Folgen bleibt.

Das Problem sind die wenigen, die keinen Respekt vor Regeln haben

Hausverbote, konsequentes Einschreiten und – wenn es notwendig ist – auch die Unterstützung durch Polizei oder Sicherheitsdienste schützen nicht die Regeln, sondern die vielen Menschen, die sich jeden Tag an sie halten.

Nach Jahrzehnten am Beckenrand bin ich deshalb überzeugt: Nicht unsere Freibäder haben ein Problem. Das Problem sind die wenigen, die keinen Respekt vor Regeln und ihren Mitmenschen haben. Solange wir das klar benennen und konsequent handeln, werden Freibäder auch künftig das bleiben, was sie seit jeher sein sollen – Orte, an denen Menschen den Sommer unbeschwert genießen können.

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