Motorolas G-Modelle sind preiswert und deshalb beliebt. Im COMPUTER BILD-Test zeigt das Moto G86 5G, warum es ein Kauftipp in seiner Preisklasse ist.
Motorolas G-Modelle sind preiswert und deshalb beliebt. Im COMPUTER BILD-Test zeigt das Moto G86 5G, warum es ein Kauftipp in seiner Preisklasse ist.
Das Motorola G86 gehört zu den preiswertesten und besten Smartphones in seinem Preisbereich. Dabei ist es richtig schick und bietet im Alltag genug Leistung und lässt sich flüssig bedienen. Solange man sich Teleaufnahmen verkneift, werden Fotos richtig gut. Das große Display ist hell, scharf und kontrastreich.
Pro
Kontra
Motorolas G-Serie gehört zu den gefragten Smartphone-Reihen. In der Einstiegsklasse hat das
Motorola G56bewiesen, dass es auch hier schick und ausdauernd geht. Doch in puncto Leistung und Kamera blieben durchaus noch Wünsche offen. Ob das Motorola Moto G86 5G die Bedürfnisse in der
Preisklasse unter 200 Eurobesser erfüllt, zeigt der Test.
Unser Testgerät in der Farbe "Chrysanthemum" zieht die Blicke auf sich. Bezeichnung und Aussehen sind wieder einmal das Ergebnis der Zusammenarbeit von Motorola mit den Farbexperten von Pantone. Und auch das Anfassen macht Spaß: Die Rückseite aus Polyurethan bietet eine samtige Oberfläche, die Motorola als "Soft-Touch-Finish" bezeichnet. Der ähnlich eingefärbte Kunststoffrahmen tut so, als wäre er aus gebürstetem Alu. Das gelingt ihm ganz gut, nur die Temperatur verrät den Plastikstammbaum. Das formale Highlight ist das sanft ansteigende Kameraplateau. In der Hand geht es kaum besser, auf dem Tisch schon: Das G86 kippelt und klappert unbeholfen auf dem Kunststoffring der Ultraweitwinkelkamera.

Der Kunststoffrahmen tut relativ überzeugend so, als wäre er aus gebürstetem Metall. Eine Klinkenbuchse gibt es nicht.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Auf der rechten Seite haben sich die beiden Lautstärkeknöpfe und der Powerbutton aufgereiht. Der Kartenschacht befindet sich an der linken Seite, der USB-C-Anschluss ist unten. Mit 161,21x74,74x7,87 Millimetern ist das 185 Gramm leichte Moto G86 im Vergleich zum G56 in allen Dimensionen kompakter. Es ist nach IP68/69 vor Wasser und Staub geschützt und wurde nach 14 MIL-STD 810H-Verfahren getestetet.

Das Display wird von Gorilla Glass 7i geschützt und hat eine Diagonale von 6,67 Zoll.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Das Display bietet eine Diagonale von 6,67 Zoll. Sie entsperren per Gesichtserkennung oder verwenden den im Display versteckten Fingerabdrucksensor. Für Kenner ist die Position schon ein Hinweis auf die bessere OLED-Technik. Ein entscheidender Vorteil im Vergleich zum günstigeren G56, welches nur einen vergleichsweise kontrastarmen LCD bietet. Alternativ entsperren Sie per Gesichtserkennung. Die Auflösung beträgt 2712x1220 Pixel. Das sorgt für eine hohe Schärfe von 446 ppi. Die Bildwiederholfrequenz lässt sich auf "Superflüssig" (120 Hertz) oder "Effizienz zuerst" einstellen. Von Haus aus regelt "Intelligent und ausgeglichen" – ein Kompromiss aus flüssigem Scrollen und geringerem Energiebedarf. Die Herstellerangabe von bis zu 4.500 Nits konnten wir nicht nachvollziehen: Das Labor ermittelte bei Standardinhalten eine maximale Helligkeit von 1.412 Candela pro Quadratmeter (cd/m² = Nits). Mit HDR-Inhalten strahlte das G86 mit bis zu 1.629 cd/m². Auch wenn es mittlerweile noch heller geht, sind das – insbesondere in der Preisklasse – gute Werte. Auch mit der Farbdarstellung nimmt es das Moto G86 ziemlich genau. Unterm Strich segelte der Bildschirm mit der Zwischennote 1,1 nur knapp an der bestmöglichen Bewertung vorbei. Das ist "sehr gut"!

Das Display ist hell, aber bei Sonnenschein muss auch das G86 kämpfen.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Es gibt anpassbare Gesten, um Funktionen auszulösen. So reicht zum Beispiel ein Doppelklick auf die Einschalttaste und die Foto-App startet. Zweimal kurz gewackelt und die Kamera wechselt von der Rückseite auf die Selfiekamera. Zweimal mit dem Handy "hacken" und die Taschenlampe ist an. Über Einstellungen, Gesten, Direktstart kann man einen weiteren Shortcut einrichten, um etwa eine App zu öffnen, Musik abzuspielen oder einen Screenshot zu machen. Dann reicht ein Doppeltipp auf der Rückseite und die gewünschte Aktion wird ausgeführt.
Im Moto G86 kommt der MediaTek Dimensity 7300 zum Einsatz. Damit war die Arbeitsgeschwindigkeit im Test genauso schnell beziehungsweise langsam wie beim Motorola Edge 60, Motorola Edge 60 Fusion oder bei einem Fairphone 6. Und auch die Benchmark-Ergebnisse liegen auf Augenhöhe mit den genannten Geräten. Die Ergebnisse im Geekbench 6 waren zwar etwas mager, dafür fielen die Punkte im 3D Mark besser aus. Das G86 ist weit von einer Gaming-Maschine entfernt, aber im Vergleich zum G56 eignet es sich schon merklich besser. Im Alltag wichtiger: Die Bedienung klappte im Test flüssig, Apps und Dokumente öffneten sich schnell.
Der Gerätespeicher von 256 Gigabyte (GB) lässt sich per microSD um 1 Terabyte erweitern. Der echte Arbeitsspeicher beträgt 8 GB. Er kann virtuell per "RAM-Boost" auf 24 GB erweitert werden. Das G86 unterstützt Bluetooth 5.4, NFC zum berührungslosen Bezahlen, Wifi 6 (WLAN a/b/g/n/ac/ax auf 2,4 und 5 GHz) sowie den aktuellen Datenübertragungsstandard 5G. Die Stereo-Lautsprecher unterstützen Dolby Atmos. Motorola schreibt dazu: "Höre tieferen, klareren Sound bei Streams, Filmen und Musik und erlebe die Emotionen und Details jedes Moments noch intensiver." COMPUTER BILD findet: Für ein Handy ist der Sound okay, nichts zum Ausflippen. Jeder Kopfhörer klingt besser und nervt die anderen weniger.

Das Moto G86 bietet einen microSD-Kartenschacht und schluckt eine Nano-SIM. Dual-SIM funktioniert per eSIM.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Der Akku hat eine ordentliche Kapazität von 5.200 Milliamperestunden. Im
COMPUTER BILD-Handy-Akkutestkam das Moto G86 in unserem anspruchsvollen Testszenario auf starke 14:33 Stunden. Damit hängt es sogar das ausdauernde G56 um 15 Minuten ab. Das Ladetempo ist mit 30 Watt unspektakulär. Nach 15 Minuten war das Moto G86 bei 27 Prozent, nach 30 Minuten bei 54 Prozent und nach 67 Minuten war der gesamte Ladevorgang abgeschlossen. Kabelloses Laden oder ein Netzteil gibt es hier nicht.

Das Moto G86 kommt ohne Verpackungsplastik aus. Zum Lieferumfang gehören ein "Werkzeug" für den SIM-Kartenschacht (nicht im Bild) und ein USB-Ladekabel.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Auf dem Papier teilt sich das Moto G86 die Hauptkamera, die Ultraweitwinkellinse und die Frontkamera mit dem Moto G56 und bringt zusätzlich eine Makrolinse mit. Die Testergebnisse waren aber durchaus unterschiedlich.

Obere Reihe: 8-MP-Ultraweitwinkel und 50-MP-Hauptkamera. Untere Reihe: 8-MP-Makrolinse und Blitz-LED.
Foto: COMPUTER BILD / Sven Schulz
Die folgenden vier Beispielfotos wurden aus der gleichen Position heraus geschossen. Die Ultraweitwinkellinse (f/2.2) löst mit 8 Megapixeln (MP) auf.

Ultraweitwinkelfoto. Das Originalfoto hat eine Auflösung von 3264x2448 Pixeln.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Die Hauptkamera (Sony LYTIA-600; f/1.8) hat eine Auflösung von 50 MP und bietet eine optische Bildstabilisierung. Standardmäßig werden 4 Pixel zu einem verrechnet, sodass nach "4-in-1-Binning" ein Foto mit 4096x3072 Pixeln (12,5 MP) entsteht.

Standardfoto (4096x3072 Pixel).
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Die vollen 50,3 Megapixel gibt es nur über den Umweg über das Menü und die Auswahl von MEHR und ULTRA-RES. Bei Tageslicht waren die Fotos richtig gut (Note: 1,4). Auch bei schlechter Beleuchtung schlug sich das Moto G86 gut (Note: 1,8). Mangels Telelinse muss die Hauptkamera auch Zoomfotos liefern.

Beispielfoto, aufgenommen mit zweifacher Vergrößerung.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Die notenrelevante Bewertung bei vierfacher Vergrößerung fiel mit der Note 2,8 noch okay aus. Bei zehnfacher Vergrößerung ist Schluss. Dann leidet die Bildqualität aber auch schon deutlich.

Maximaler Zoom: Beispielfoto, aufgenommen mit zehnfacher Vergrößerung.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Als Drittes gibt es eine erfreulich hochauflösende Makrolinse (f/2.2) mit 8 MP, die scharfe Ergebnisse liefert, wenn der User den richtigen Abstand zum Motiv trifft. Man könnte auch sagen: Es gibt noch eine Ultraweitwinkellinse mit Makrofunktion.

Makroaufnahme (3264x2448 Pixel). Die KI meint, es handelt sich um Kreuzdorn. Könnte aber auch Liguster sein. Auf jeden Fall sollte man es wohl nicht essen.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Die Frontkamera (f/2.2) kommt mit einer Auflösung von 32 MP. Selfies waren bei Tageslicht gut (Note 2,0) und bei schlechter Beleuchtung (in Relation) sogar noch einen Tick besser (Note: 1,5). Hier setzt sich das Moto G86 am deutlichsten vom günstigeren Moto G56 ab. Im Gegensatz zum Moto G56 speichert das G86 Videos in 4K bei 30 fps. FHD-Videos schafft es wie das G56 mit 30 oder 60 Bildern pro Sekunde. Im Kamerakapitel setzt sich das G86 mit der Zwischennote 1,8 vom G56 (Note 2,2) ab.
Das Motorola Moto G86 5G ist in "Chrysanthemum" ("Sonnenbrandrot"), "Golden Cypress" (Grüngelb), "Spellbound" (Schwarz) und "Cosmic Sky" (Grau) erhältlich. Der Speicher beträgt 8/256 GB. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt eigentlich bei 300 Euro, aber selbst Motorola hat den Preis schon auf 280 Euro reduziert. Die besten Angebote liegen deutlich unter 250 Euro. Das G86 ist mit Android 15 gestartet und soll wohl noch Android 17 bekommen. Motorola verspricht Sicherheits-Updates bis Mai 2029. Dass es auch bei billigen Geräten besser geht, zeigt Samsung mit dem
Galaxy A17, das Updates bis Android 21 bekommen soll.
In der Preisklasse bis 200 Euro hat Motorola alles im Griff. Das Motorola G86 gehört zu den besten Smartphones in dem Bereich. Dabei ist es richtig schick und bietet im Alltag genug Leistung. Es ist Geschmackssache, aber ich finde die samtige Rückseite toll. Obwohl die Prozessorleistung nicht überragend ist, lässt es sich flüssig bedienen. Zwar fehlt eine Telelinse, aber solange man sich Teleaufnahmen verkneift, werden Fotos richtig gut. Auch das kontrastreiche Display bietet nur Grund zur Freude. Auf den Komfort des kabellosen Ladens müssen Sie verzichten, aber ansonsten verzichten Sie mit dem Motorola G86 hauptsächlich darauf, viel Geld für ein gutes Handy auszugeben.
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