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Fünf Jahre nach Flutkatastrophe: BUND fordert Ausbau des Hochwasserschutzes in Grevenbroich

Дата публикации: 14-07-2026 02:50:00




Auch wenn Grevenbroich von den Folgen der Flutkatastrophe im Ahrtal und in Erftstadt verschont blieb, hat das Unglück bis heute Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Menschen. Umweltschützer warnen und fordern neue Retentionsflächen.



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Fünf Jahre nach Flutkatastrophe BUND fordert Ausbau des Hochwasserschutzes in Grevenbroich

Sandsäcke sollten das Seniorenheim Albert-Schweitzer-Haus im Sommer 2021 vor dem Hochwasser schützen.

Sandsäcke sollten das Seniorenheim Albert-Schweitzer-Haus im Sommer 2021 vor dem Hochwasser schützen.

Foto: Kandzorra, Christian

Grevenbroich · Auch wenn Grevenbroich von den Folgen der Flutkatastrophe im Ahrtal und in Erftstadt verschont blieb, hat das Unglück bis heute Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Menschen. Umweltschützer warnen und fordern neue Retentionsflächen.

Es waren Szenen wie aus einem Katastrophenfilm: Kostenpflichtiger Inhalt In der Nacht zum 15. Juli 2021 waren Feuerwehr und THW in Grevenbroich im Einsatz, um das Albert-Schweitzer-Haus zu schützen. Die Helfer stapelten vor der Senioreneinrichtung direkt an der Erft reihenweise Sandsäcke, man rechnete mit dem Schlimmsten. Dauerregen beschäftigte die Retter, Stadtalarm wurde ausgelöst. Etwa aus Langwaden, Frimmersdorf und der Südstadt wurden überflutete Straßen und vollgelaufene Keller gemeldet. Heute ist klar: Grevenbroich ist der Flutkatastrophe vor fünf Jahren nur knapp entgangen.

Wie dramatisch die Lage damals war, kann Henning Walther noch heute an einer konkreten Situation beschreiben: „Die Steinbachtalsperre war schon geflutet, die Erft bis an den Rand vollgelaufen“, erinnert sich der Umweltschützer von der BUND Ortsgruppe in Grevenbroich. Das Wasser sei kurz davor gewesen, überzutreten und das Umland zu überschwemmen. „Unter anderem ein privater Unternehmer hat dann eigeninitiativ – und unter großem Risiko – einen Abfluss entscheidend freigeschaufelt“, berichtet Walther.

So wurde der Schaden von Grevenbroich im Sommer 2021 abgewendet. Kostenpflichtiger Inhalt Doch die Gefahr einer erneuten Hochwasserkatastrophe treibt die Umweltschützer heute mehr denn je um. „Der Klimawandel und das zunehmende Extremwetter mit Starkregen können jederzeit zu einem erneuten Unglück führen“, so Walther. Aus diesem Grund machen sich die Umweltschützer auch in Grevenbroich seit Jahren für neue Retentionsflächen stark. Eines dieser Rückhaltebecken, das bei Hochwasser volläuft und so den Abfluss verzögern und Überschwemmungen verhindern sollen, könnte nach Ansicht des BUND am Tagebau Garzweiler entstehen.

Konkret geht es um das „östliche Restloch“, also den kleineren Teil der Grube auf Höhe zwischen Gustorf und Frimmersdorf an der A44. Der Energiekonzern RWE will das Loch allerdings bis zum Jahr 2030 verfüllen. „Das wäre ein Hochwasserschutz für Grevenbroich und die Unterlieger bis Neuss“, erklärt Walther. Der Vorschlag: Eine Torflandschaft könnte hier als Biotop ökologischen Mehrwert und zusätzlichen Klimaschutz bieten. Torf hat die Eigenschaft, umweltschädliches CO2 in größeren Mengen zu einzuspeichern.

Der BUND befürchtet allerdings, dass die Politik an dieser Stelle zu spät reagiert. „Wir haben vor fünf Jahren gesehen, wie nah Grevenbroich an einer Flutkatastrophe ist. Doch seitdem ist in Sachen Hochwasserschutz nicht viel passiert“, kritisiert Walther. Eine Gefahr sehen die Umweltschützer auch in den baulichen Gegebenheiten in der Stadtmitte. „Der Boden ist da zu einem großen Teil versiegelt. Das verhindert, dass Wasser im Untergrund versickern kann“, erklärt er. Eine Lösung wäre hier das Konzept einer sogenannten „Schwammstadt“. Anstatt dass das Wasser direkt in die Kanäle abgeleitet wird, wird es zunächst wie von einem Schwamm in Grünflächen, Teichen und durchlässigen Böden gespeichert.

Das Ereignis vor fünf Jahren hat die Stadt und zuständige Institutionen angesichts der Gefahren des Hochwassers nicht untätig bleiben lassen. Die Erft wird wegen des künftigen Wegfalls von Sümpfungswasser umgestaltet, teilweise renaturiert. Der Erftverband will in diesem Zuge auch neue Retentionsflächen schaffen. Außerdem sollen in Grevenbroich zusätzliche Entlastungskanäle für den Abfluss des Flusses gebaut werden. Die Stadt hat bereits ihr Sirenen-Warnnetz ausgebaut. Und die Einsatzbereitschaft der Grevenbroicher machte sich vor fünf Jahren auch über die Stadtgrenzen hinaus bemerkbar: Rund 130 Helfer in Reisebussen machten sich auf den Weg ins Ahrtal, räumten Schutt weg und befreiten Häuser vom Schlamm.

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