Die Eskalation der Iran-Krise, steigende Ölpreise und damit neue Inflationssorgen haben die Börsen am Mittwoch fest im Griff: Der Dax verliert fast 600 Punkte, vor allem Immobilienwerte leiden. An der Wall Street weiten sich die Verluste aus. Der Ölpreis springt auf 80 Dollar je Barrel.
Die Eskalation der Iran-Krise, steigende Ölpreise und damit neue Inflationssorgen haben die Börsen am Mittwoch fest im Griff: Der Dax verliert fast 600 Punkte, vor allem Immobilienwerte leiden. An der Wall Street weiten sich die Verluste aus. Der Ölpreis springt auf 80 Dollar je Barrel.
08.07.2026, 15.54 Uhr
Auf und Ab an der Börse: Die wichtigsten Informationen zum Dax, Dow Jones, zu den Aktienkursen und den Ölpreisen
Foto: Westend61 / Getty ImagesDie erneut aufflammende Iran-Krise hat die Aktienmärkte wieder fest im Griff. Nachdem US-Präsident Donald Trump den Waffenstillstand mit Iran am Mittwoch nach neuen Gefechten für beendet erklärt hatte, ist der Dax in die Knie gegangen. Zum Xetra-Schluss verlor der deutsche Leitindex 2,2 Prozent oder rund 570 Punkte auf 24.897 Zähler.
Der europäische Leitindex EuroStoxx50 verlor ebenfalls rund 2 Prozent. Der MDax sackte gar um 3,4 Prozent auf 31.516 Zähler ab. Auch an der New Yorker Börse ging es abwärts.
„Der Iran-Konflikt könnte wieder zum Taktgeber für die Risikobereitschaft der Anleger werden“, kommentierte Marktanalyst Timo Emden die Verluste. „Was zuletzt wie ein Hintergrundrisiko wirkte, rückt nun wieder ins Rampenlicht und zwingt Anleger, die geopolitische Risikokarte neu zu bewerten.“
Auslöser ist, dass US-Präsident Donald Trump (80) den Waffenstillstand mit dem Iran als aus seiner Sicht für beendet erklärte, nachdem es zuvor zu gegenseitigen Angriffen samt einem Abschuss iranischer Raketen auf Bahrein gekommen war. Die Ölpreise zogen daraufhin kräftig an, womit die Sorgen vor Inflation, Konjunkturschwäche und Zinsreaktionen der Notenbanken wieder präsent sind.
Wieder steigende Ölpreise wecken neue Inflationssorgen, und die wiederum wecken Sorgen vor steigenden Zinsen. Immobilienwerte hatten daher an diesem Morgen einen schweren Stand. Vonovia sackten am Dax-Ende um 6 Prozent ab. Im MDax verloren TAG Immobilien und LEG ebenfalls mehr als 6 Prozent, Papiere von Aroundtown gaben um rund 8 Prozent nach.
Auch Talanx zeigten sich im MDax mit minus 5,4 Prozent auf rund 109,5 Euro sehr schwach. Eine Aktienplatzierung durch den Anteilseigner Meiji Yasuda Life belastete. Dieser hatte seine 4,3 Millionen Aktien für 110,70 Euro bis Marktpreis, also dem Schlusskurs von 115,80 Euro angeboten, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente am Vorabend berichtet hatte. Laut einem Händler betrug der Platzierungspreis am Ende 110,70 Euro je Aktie.
Im Leitindex Dax notierten nur wenige Aktien leicht im Plus. Eon notierten zum Xetra-Schluss 0,8 Prozent fester bei 19,21 Euro. Goldman-Analyst Alberto Gandolfi sieht das Reformpaket der deutschen Regierung positiv für Eon. Energienetze spielten eine zentrale Rolle, was für steigende Investitionen in diesen Bereich spricht. Eon erziele hier die Hälfte seiner Gewinne, schrieb er.
Bei Lufthansa setzten sich die Gewinnmitnahmen im MDax mit einem Abschlag von 6,5 Prozent fort. Eine Abstufung durch die Citigroup auf „Sell“ belastete. Die Bewertung der Aktie der Fluggesellschaft sei eine Wette darauf, dass der temporäre Rückenwind weiter bläst. Dabei müssten die Anleger aber geringere Margen akzeptieren und Streikrisiken ausblenden, hieß es. Hinzu kam der Ölpreisanstieg als Belastung.
Die jüngste Verschärfung der Krise im Nahen Osten zog am Mittwoch auch Kursverluste an der Wall Street nach sich. Der Leitindex Dow Jones baute sein Minus zuletzt auf 1,6 Prozent oder 823 Punkte bei 52.102 Zähler aus. Damit ist der jüngste Rekordlauf des Dow vorerst beendet.
Der marktbreite S&P 500 Index gab rund 1 Prozent auf 7429 Zähler nach. Der von den Techgiganten Nvidia, Apple, Microsoft und Amazon dominierte Nasdaq 100 baute seine Verluste ebenfalls aus – auf zuletzt 1,1 Prozent auf 28.859 Punkte moderat aus.
Die Ölpreise sind nach den erneuten Angriffen der Vereinigten Staaten auf Iran kräftig gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im August zog am Abend um rund 8 Prozent auf rund 80 Dollar an. Bereits am Dienstag hatte der Brent-Preis wegen der Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus 3 Prozent zugelegt.
In der Nacht auf Mittwoch bombardierten die USA Ziele in Iran als Reaktion auf die Attacken gegen Tanker. Zudem setzten die USA Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Teheran verurteilte Washingtons Vorgehen umgehend als „schwerwiegenden Verstoß“ gegen das Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges.
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