Der Dax verteidigt seine Gewinne. Aktien von Gea, Airbus und Porsche legen zu. Titel von Siemens Energy dagegen tauchen ab. Die Ölpreise steigen deutlich. An der Wall Street legen die Kurse vor den Geschäftszahlen großer Techkonzerne leicht zu.
Der Dax verteidigt seine Gewinne. Aktien von Gea, Airbus und Porsche legen zu. Titel von Siemens Energy dagegen tauchen ab. Die Ölpreise steigen deutlich. An der Wall Street legen die Kurse vor den Geschäftszahlen großer Techkonzerne leicht zu.
22.07.2026, 18.20 Uhr
Auf und Ab an der Börse: Die wichtigsten Informationen zum Dax, Dow Jones, zu den Aktienkursen und den Ölpreisen
Foto: Westend61 / Getty ImagesAm deutschen Aktienmarkt konnte der Dax am Mittwoch nach einem verhaltenen Handelsstart an seine Vortagesgewinne anknüpfen. Der Leitindex beendete den Xetra-Handle 0,6 Prozent höher auf 25.167 Punkte. Das Tageshoch lag bis dahin bei 25.271 Punkten. Deutliche Kurszuwächse beim Schwergewicht Airbus stützten den Dax.
Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen gewann 0,5 Prozent auf 31.982 Zähler. Der EuroStoxx 50 rückte ebenfalls rund ein halbes Prozent vor. Die Ölpreise legten angesichts der anhaltenden Angriffe der USA auf den Iran deutlich zu, weshalb die Inflationssorgen der Anleger nicht abebbten. An der New Yorker Börse zogen die Kurse im Dow Jones zum Handelsschluss in Europa leicht an, der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 pendelte um die Nulllinie bei 29.161 Punkten.
Die Anleger blicken bereits zur Wall Street, wo nach Handelsende in New York die Berichtssaison mit den großen Techunternehmen Tesla und Alphabet aufwartet, von IBM gibt es zudem detaillierte Geschäftszahlen. Vor den nachbörslich anstehenden Quartalsbilanzen mehrerer Tech-Schwergewichte hielten sich die Anleger an den US-Börsen am Mittwoch zunächst zurück. Der Technologie-Index Nasdaq 100, der von den großen Tech-Konzernen dominiert wird, gab im frühen Handel nach einer fast zweiprozentigen Erholung am Vortag um 0,6 Prozent nach, drehte dann gegen 18 Uhr (MEZ) aber wieder leicht in den grünen Bereich. Der überwiegend mit Standardwerten bestückte Dow Jones gewann 0,4 Prozent auf 52.419 Punkte. Der marktbreite S&P 500 drehte zuletzt mit 0,2 Prozent auf 7522 Zähler ins Plus.
Der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus will seinen Gewinn dank der starken Nachfrage nach Passagierjets bis 2029 kräftig nach oben treiben. Laut dem Experten Holger Schmidt von der DZ Bank implizieren die Mittelfristziele attraktive Wachstumsraten und eine steigende Profitabilität. Zudem hieß es vom Analysehaus Jefferies, dass der angekündigte Aktienrückkauf früher als erwartet komme. Die Anteilsscheine von Airbus gewannen mehr als 7 Prozent.
Hinter Airbus stiegen im Dax die Anteile von Gea um 5,7 Prozent. Der Anlagenbauer blickt nach einem überraschend erfolgreichen Quartal optimistischer auf das laufende Geschäftsjahr. Börsianer sahen den Auftragseingang, den Umsatz und das operative Ergebnis im abgelaufenen Jahresviertel über den Erwartungen.
Die Papiere des Energietechnikkonzerns Siemens Energy zollten ihrem starken Lauf nochmals Tribut und büßten am Dax-Ende 3,7 Prozent ein. Der Quartalsbericht des US-Wettbewerbers GE Vernova mit einem angehobenen Ausblick reichte nicht, um den Schwung zu erhalten. Gleichwohl dämmten Siemens Energy einen Teil ihrer Kursverluste bis zum Handelsende ein.
Die Ölpreise haben am Mittwoch anfängliche Aufschläge deutlich ausgeweitet. Die anhaltenden Angriffe der USA auf den Iran treiben die Preise. Mit 95,57 US-Dollar je Barrel (159 Liter) erreichte der Preis der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im September zeitweise den höchsten Stand seit Mitte Juni. Zuletzt kostete ein Barrel noch 94,39 Dollar und damit 3,7 Prozent mehr als am Vortag. Der Anstieg der vergangenen Tage setzt sich damit fort.
Gestützt wurden die Ölpreise erneut durch die anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und die gestiegenen Rohölpreise. Das US-Militär hat nach eigenen Angaben erneut militärische Ziele in Iran angegriffen. Damit sollten die Möglichkeiten des Landes geschwächt werden, Handelsschiffe in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus anzugreifen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom mit. Es ist die elfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen. Zudem hat Jordanien den Beschuss mit sechs weiteren Raketen aus dem Iran gemeldet.
US-Präsident Donald Trump verschärfte unterdessen seine Rhetorik: Die Vereinigten Staaten werden demnach künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk in Iran „bombardieren und zerstören“, wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießt. Dabei würden auch andere zivile Infrastrukturobjekte in der Nähe ins Visier genommen werden, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit.
US-Rohölbestände gestiegenDie in den USA in der vergangenen Woche unerwartet gestiegenen Rohöllagerbestände belasteten die Ölpreise nicht. Sie legten in der vergangenen Woche laut Energieministerium um 2,0 Millionen Barrel zu. Analysten hatten hingegen einen Rückgang um 0,9 Millionen Barrel erwartet. Verantwortlich für die gestiegenen Reserven waren gesunkene Rohölexperte. Es war der dritte Anstieg der Bestände in Folge.
In der zweiten Juni-Hälfte und Anfang Juli war der Ölpreis wegen der Hoffnung auf eine anhaltende Waffenruhe im Nahen Osten Schritt für Schritt bis auf 70 Dollar gefallen. Doch aus der Hoffnung wurde nichts und der Ölpreis zieht seitdem wieder kräftig an. Der Brent-Preis liegt aber noch deutlich unter dem Jahreshoch von rund 126 Dollar, das Ende April erreicht wurde. Grund für den starken Anstieg im Frühjahr war der von den USA und Israel Ende Februar begonnene Irankrieg.
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