Der Dax folgt der schwachen Wall Street und verliert fast 400 Punkte. Ein Kurssturz von STM belastet die Aktien von Infineon. In den USA geben Dow Jones und Nasdaq ebenso deutlich nach. Die Aktie von Tesla verliert zweistellig.
Abwärts: Der Dax hat am Donnerstag seine bisher in dieser Woche verbuchten Gewinne eingebüßt. Zu viele Unsicherheiten an zu vielen Fronten vertrieben die Anleger. Weiter steigende Ölpreise und Gewinnmitnahmen bei Chipwerten als Reaktion auf einen enttäuschenden Ausblick von STMicroelectronics setzten dem Aktienmarkt besonders zu.
Der Leitindex fiel wieder unter die viel beachtete Marke von 25.000 Punkten und büßte im Xetra-Handel am Ende 1,6 Prozent auf 24.763 Zähler ein. Für den MDax ging es um rund ein Prozent auf 31.673 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 1,69 Prozent tiefer auf 6210 Punkten.
Zurückhaltung herrschte auch, weil Europas größter Softwarekonzern SAP am Abend nach US-Börsenschluss seine mit Spannung erwarteten Geschäftszahlen vorlegt. Unternehmenschef Christian Klein steht wegen der Konkurrenz durch künstliche Intelligenz (KI) unter Druck. An der Wall Street notierten die wichtigsten Aktienindizes im roten Bereich, der Technologie-Index Nasdaq 100 verlor durch hohe Verluste bei Tesla, Google und Amazon mehr als 2 Prozent.
Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Leiitzinsen im Euroraum unverändert zu lassen, war derweil vom Markt erwartet worden und bewegte zunächst kaum. Eine Zinsanhebung könnte es jedoch im September geben, wenn der EZB neue Prognosen zu Inflation und Konjunktur vorliegen. Denn die Risiken für die Teuerung sind nicht gebannt, solange der Iran-Krieg andauert und die Ölpreise in die Höhe treibt.
STM bricht ein, Infineon gibt nachEine enttäuschende Umsatzprognose von STMicroelectronics für das laufende Quartal hat den Kurs der Aktie am Donnerstag auf steile Talfahrt geschickt – die Aktie brach um rund 17 Prozent ein. STMicro enttäuschte die zuletzt erfolgsverwöhnten Anleger mit seiner Prognose für den Umsatz im laufenden Quartal. Möglicherweise fahre die Fertigung des iPhone 18 nicht so schnell hoch wie angenommen, schrieb die US-Bank Jefferies. Auch das implizite Umsatzziel enttäuschte.
Die Nachricht traf auch andere Halbleiter- und Sensorenhersteller wie Infineon, deren Aktie am Dax-Ende um rund 6 Prozent nachgab. Als größter MDax-Verlierer gaben die Anteile von Suss Microtec um 5,2 Prozent nach.
Daimler Truck und Traton gefragtHinsichtlich der Berichtssaison hierzulande gewannen die Papiere von Daimler Truck an der Dax-Spitze 3,9 Prozent. Der Nutzfahrzeughersteller hatte dank Fortschritten in den Vereinigten Staaten die Prognose erhöht. Im MDax hatten die Titel des Wettbewerbers Traton mit einem Plus von 11 Prozent die Nase vorn. Die VW-Nutzfahrzeugtochter wird für das Gesamtjahr etwas zuversichtlicher.
Dow und Nasdaq unter Druck, Tesla bricht einSorgen angesichts weiter kräftig steigender Ausgaben für künstliche Intelligenz (KI) sowie unvermindert steigender Ölpreise bealsteten am Donnerstag die US-Börsen spürbar. Nach Erholungsgewinnen am Dienstag und einer abwartenden Haltung zur Wochenmitte stießen zahlreiche Anleger Aktien ab. Vor allem Papiere großer Technologiekonzerne wurden abverkauft.
Der Nasdaq 100, der von den großen Techunternehmen dominiert wird, büßte am Abend (MEZ) noch rund 2 Prozent auf 28.453 Zähler ein. Der Nasdaq Composite gab rund 2,3 Prozent nach. Der überwiegend mit Standardwerten bestückte Dow Jones gab rund ein Prozent nach. Der marktbreite Index S&P 500 rutschte um 1,3 Prozent ab.
Die Aktien von Tesla und Alphabet, die beide die Anleger mit ihren Quartalszahlen enttäuscht hatten, brachen am Donnerstag im Handelsverlauf ein. Tesla-Papiere verloren zuletzt noch 13,1 Prozent auf rund 325 Dollar. Die Titel von Alphabet gaben rund 6,6 Prozent nach.
Investoren warteten auf neue Signale, ob sich die milliardenschweren Investitionen der Unternehmen in künstliche Intelligenz (KI) auszahlen. „Die Anleger sind viel anspruchsvoller und wählerischer geworden, wo sie im KI-Bereich investieren“, sagte Kevin Gordon, Stratege bei Charles Schwab. Für Verunsicherung sorgten zudem geopolitische Spannungen im Nahen Osten, die den Ölpreis auf ein Sechs-Wochen-Hoch trieben. US-Präsident Donald Trump kündigte an, jedes Mal eine iranische Brücke oder ein Kraftwerk zu zerstören, wenn der Iran auf ein Schiff in der Straße von Hormus schieße. Die steigenden Energiepreise schürten laut Analyst Gordon neue Inflationssorgen. Experten gehen mehrheitlich davon aus, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen für den Rest des Jahres 2026 stabil halten wird.
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