Der Dax schließt nach den US-Inflationsdaten leicht im Plus. Aktien von Salzgitter sind gefragt. Papiere von Evotec stürzen dagegen ab. Die Eskalation am Persischen Golf lässt die Ölpreise steigen. Die Wall Street zeigt sich uneinheitlich. Aktien von IBM brechen ein.
Der Dax schließt nach den US-Inflationsdaten leicht im Plus. Aktien von Salzgitter sind gefragt. Papiere von Evotec stürzen dagegen ab. Die Eskalation am Persischen Golf lässt die Ölpreise steigen. Die Wall Street zeigt sich uneinheitlich. Aktien von IBM brechen ein.
14.07.2026, 18.08 Uhr
Auf und Ab an der Börse: Die wichtigsten Informationen zum Dax, Dow Jones, zu den Aktienkursen und den Ölpreisen
Foto: Westend61 / Getty ImagesUS-Inflationsdaten haben dem Dax am Dienstag etwas neuen Schwung gegeben. Die Verbraucherpreise in den USA waren im Juni gegenüber dem Vorjahr nicht so stark gestiegen wie erwartet. Das nimmt Druck von der US-Notenbank Fed, ihre Zinsen im Kampf gegen die Teuerung anzuheben, was vor allem als riskant geltende Wertpapiere wie Aktien tendenziell belasten würde. Fed-Chef Kevin Warsh (56) betonte allerdings erneut, dass die Notenbank eine erhöhte Inflation nicht tolerieren werde.
Der Dax ging letztlich 0,13 Prozent höher bei 25.147 Punkten aus dem Handel und konnte sich so über der runden Marke von 25.000 Zählern halten. Zuvor hatten deutlich steigende Ölpreise im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt den deutschen Leitindex klar darunter gedrückt.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg um 0,37 Prozent auf 32.100 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,15 Prozent auf 6280 Punkte zu.
US-Präsident Donald Trump (80) hatte die Wiederaufnahme der Seeblockade iranischer Häfen angekündigt und will zudem Gebühren für die sichere Durchfahrt der Straße von Hormus einfordern, die aber unter anderem durch Handelsvereinbarungen ersetzt werden sollen. Gegenseitige Attacken zwischen den USA und dem Iran gingen derweil weiter.
Ein heftiger Kursrutsch beim IT-Unternehmen IBM um mehr als 25 Prozent hinterließ auch am deutschen Aktienmarkt seine Spuren. Der Softwarekonzern SAP büßte 2,8 Prozent ein. IBM enttäuschte mit seiner Umsatzentwicklung und schürte mit Aussagen zu einem veränderten Ausgabeverhalten von Kunden weitere Sorgen in der ohnehin durch künstliche Intelligenz (KI) belasteten Softwarebranche.
Hierzulande erlebte Evotec ein Kursdebakel. Der Pharmawirkstoff-Entwickler senkte wegen geringerer Umsatzerwartungen seine Jahresziele deutlich. Diese liegen nun klar unter den Analystenschätzungen, was die Aktien um 24,1 Prozent und zeitweise auf den tiefsten Stand seit rund zehn Jahren einbrechen ließ.
Vossloh senkte seinen Ausblick wegen der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten etwas. Die Aktien verloren 4,2 Prozent. Die Experten von Deutsche Bank Research sprachen von einer bösen Überraschung - obwohl der Bahntechnikkonzern seine Erwartungen ans kommende Geschäftsjahr bestätigte.
Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche litten unter der Entwicklung im Nahen Osten und dem Ölpreisanstieg. Die Fraport-Titel sackten nach robustem Wochenstart um 3,3 Prozent ab, während Tui 0,4 Prozent verloren.
Chemiekonzerne könnten dagegen von steigenden Ölpreisen profitieren, was die Aktien von Brenntag und BASF um 2,4 beziehungsweise 1,2 Prozent antrieb.
Siemens Energy nach Namensänderung mit GewinnenAktien von Siemens Energy legten um 2,3 Prozent zu. Der Energietechnikkonzern heißt künftig Omterra, womit Lizenzgebühren für die Nutzung des Namens Siemens früher als gedacht wegfallen. JPMorgan-Analyst Phil Buller rechnet daher auch mit einem Anstieg der Marge zu einem früheren Zeitpunkt als erwartet.
Delivery Hero steht Kreisen zufolge kurz vor einer Übernahme durch Uber. Der US-Fahrdienstleister sei in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem Essenslieferdienst, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Eine Einigung solle noch diese Woche erfolgen. Die Delivery-Hero-Aktien stiegen um 5,8 Prozent. Die Uber-Aktien verloren 2,1 Prozent.
Die Anteile von Salzgitter profitierten mit einem Kurssprung von 7,1 Prozent von einer Jefferies-Empfehlung. Der Konzern sei einer der größten Profiteure steigender Volumina und Preise im Zuge der Protektionsmaßnahmen für die europäische Stahlbranche, schrieb Experte Cole Hathorn. Zudem sollte das deutsche Infrastrukturpaket ab 2027 durchschlagen.
Die US-Aktienmärkte haben sich am Dienstag von ihren Vortagesverlusten etwas erholt. Positiv auf die Börsenstimmung wirkten die Verbraucherpreise, die weniger deutlich als erwartet gestiegen waren. Der IT-Sektor litt unter enttäuschenden Quartalszahlen von IBM.
Der Leitindex Dow Jones Industrial legte zuletzt um 0,1 Prozent auf 52.548 Punkte zu. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,3 Prozent auf 7535 Zähler nach oben. Der Nasdaq 100 gewann 0,8 Prozent auf 29.489 Punkte.
Der Nahostkonflikt samt weiter steigenden Ölpreisen bleibt im Anlegerfokus. Während das US-Militär im eskalierenden Konflikt um die Straße von Hormus weiter Ziele in Iran bombardiert, hat dieser in der Meerenge zwei Tanker mit Marschflugkörpern attackiert. Zudem ist die US-Seeblockade gegen Schiffe, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren, erneut in Kraft.
Enttäuschende Geschäftszahlen von IBM und zurückhaltende Aussagen des Chefs Arvind Krishna belasteten nicht nur massiv den Aktienkurs des IT-Urgesteins, sondern auch die gesamte Branche. Die IBM-Papiere brachen um mehr als 25 Prozent ein, was dem höchsten Tagesverlust aller Zeiten für die Aktien entsprach. Das Kursminus seit Jahresbeginn beträgt knapp 27 Prozent.
Deutliche Verluste verbuchten zudem Salesforce (minus 1,7 Prozent), Adobe (minus 3,4 Prozent), Accenture (minus 3 Prozent) und Microsoft (minus 1,2 Prozent).
Der Bankensektor profitierte von überwiegend positiv aufgenommenen Zahlen. Überraschend hohe Einnahmen aus Zinsen und Wertpapierhandel brachten den großen Geldhäusern der USA im zweiten Quartal unerwartet viel Gewinn. Das größte Institut J.P.Morgan Chase erzielte dank seiner Beteiligung am Kreditkartenanbieter Visa sogar den höchsten Quartalsgewinn der Geschichte. Auch bei Goldman Sachs, Wells Fargo, Citigroup und Bank of America ging es überraschend stark aufwärts. Die JPMorgan-Aktie gewann zuletzt 2,6 Prozent, nachdem sie erst vor Kurzem ein Rekordhoch erklommen hatte. Für das Papier von Goldman Sachs ging es an der Spitze des Dow sogar um 8,2 Prozent nach oben. Die Papiere von Citigroup und Bank of America gewannen jeweils rund zwei Prozent. Die Anteilscheine von Wells Fargo drehten dagegen ins Minus und verloren zuletzt 0,9 Prozent.
Die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Iran in der Straße von Hormus treibt die Ölpreise auf ein Vier-Wochen-Hoch. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuert sich um bis zu 2,8 Prozent auf 85,64 Dollar. Am Vortag hatte Brent um 9,6 Prozent zugelegt und damit den größten Tagesgewinn seit Mai 2020 erzielt.
„Die jüngste Eskalation, einschließlich der Wiedereinführung der Blockade durch die USA und der iranischen Reaktionen, hat eindeutig neue Risiken in den Markt gebracht“, sagte Tim Waterer, Chefmarktanalyst von KCM Trade.
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