Fast könnte man meinen, die Guardia Civil stecke mit den Organisatoren der Großdemo gegen die negativen Auswirkungen des Massentourismus am Sonntag (26.7.) unter einer Decke. Wie sonst lässt sich erklären, dass sie zwei junge Frauen, die eine Graffiti-Attacke gegen Immobilienunternehmen durchgeführt haben sollen (S. 9), in Handschellen der Presse vorführten. Dieses Procedere wird normalerweise auf Mallorca Frauenmördern oder Gruppenvergewaltigern zuteil. Aber Aktivistinnen? Wegen ein bisschen Farbe?
Fast könnte man meinen, die Guardia Civil stecke mit den Organisatoren der Großdemo gegen die negativen Auswirkungen des Massentourismus am Sonntag (26.7.) unter einer Decke. Wie sonst lässt sich erklären, dass sie zwei junge Frauen, die eine Graffiti-Attacke gegen Immobilienunternehmen durchgeführt haben sollen (S. 9), in Handschellen der Presse vorführten. Dieses Procedere wird normalerweise auf Mallorca Frauenmördern oder Gruppenvergewaltigern zuteil. Aber Aktivistinnen? Wegen ein bisschen Farbe?
Nun kann man berechtigterweise infrage stellen, wie zielführend Graffiti-Attacken bei der Debatte um die sehr realen Probleme auf Mallorca sind. Aber die Überreaktion der Guardia Civil dürfte viele Menschen motivieren, sich der Demonstration am Wochenende anzuschließen. Denn es entsteht das Gefühl, dass hier die Protestierenden eingeschüchtert werden sollen. Dass das Heile-Welt-Gefühl der Tourismusindustrie mit allen Mitteln verteidigt werden muss.
Mit zweierlei MaßDas wirft ein schlechtes Licht auf die Branche – und auf die Sicherheitskräfte. Denn nicht wenige kritisieren, dass bei der Verfolgung von Straftaten mit zweierlei Maß gemessen wird. Wären die beiden Damen verhaftet worden, wenn sie etwa ein patriotisches „Viva España“ ans Schaufenster gepinselt hätten?
Es ist für eine Demokratie problematisch, wenn sie möglicherweise alberne, aber harmlose Protestaktionen nicht aushalten kann. Schlimmer wird es, wenn das Vertrauen in die Überparteilichkeit der Sicherheitskräfte verloren geht. Und wenn das Gefühl entsteht, dass man auf Mallorca nur eine Daseinsberechtigung hat, wenn man den Tourismus wie einen Götzen anbetet. Wie die Mallorquiner dazu stehen, wird sich am Sonntag zeigen.
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