Aus vollem Hals gemeinsam bekannte Popsongs singen, das ist das Konzept "Sing dela Sing". Am Montag startete eine sommerliche Open-Air-Variante im Luftschloss auf dem Tempelhofer Feld: sieben Konzerte, alle ausverkauft.
Konzert Sing dela Sing im Luftschloss Tempelhofer Feld Manchmal schief, aber wunderbar
Von Andrea Handels
Aus vollem Hals gemeinsam bekannte Popsongs singen, das ist das Konzept von Mitsingevents. Die Reihe "Sing dela Sing" ist dabei besonders erfolgreich, füllt regelmäßig den Heimathafen Neukölln und hat am Montag eine sommerliche Open-Air-Variante im Luftschloss auf dem Tempelhofer Feld gestartet: sieben Konzerte, alle ausverkauft.
Tanzen im Nieselregen
Obwohl das Wetter eine Tendenz zum Nieselregen aufwies und die Temperatur sich wie 15 Grad anfühlte, war die Stimmung top. 400 Menschen sangen in dem Amphitheater begeistert Hits aus allen Jahrzehnten mit und tanzten auf den Rängen und im Bühnenrund. Dabei war das Publikum wie die Songs bunt gemischt, vom Oldie bis zum Teenager, mit leichtem Frauenüberhang, der sich auch im Gesang durchsetzte.
Die Musiker von Sing dela Sing (Bela Brauckmann, Gunter Papperitz und Cem Arnold Süzer) auf dem Tempelhofer Feld. (Quelle: Klara Lubbe)
Pophits für alle Generationen
Auf die Beine gestellt haben die "Sing dela Sing"-Reihe vor gut zehn Jahren drei Musiker, die hier auch live performen: Gunter Papperitz spielt Klavier, Bela Brauckmann Percussion und Cem Arnold Süzer moderiert und singt, und das macht er sehr gut, in verschiedenen Tonlagen. Mal ganz hoch, wie bei "Kiss" von Prince, oder tief wie bei Neil Diamonds "Sweet Caroline". Die Songs werden immer mit einem Foto der jeweiligen Band und einer Textzeile angekündigt, also nicht dem Songtitel, so dass man es manchmal erst erkennt, wenn die Melodie richtig losgeht. Die Texte werden dann ganz groß auf die Leinwand gebeamt, so dass alle mitsingen können. Es war deutlich, dass bei manchen Stücken die Jüngeren sattelfester waren, bei anderen die Älteren, aber spätestens beim zweiten Refrain können dann alle einsteigen.
Mitsingabend mit Botschaft
Es geht nicht nur darum, Popsongs zu singen, die Jungs auf der Bühne haben auch eine Botschaft. Nicht zufällig ist der Song "Schrei nach Liebe" von den Ärzten dabei, der sich an Rechtsextreme in Springerstiefeln richtet. "Arschloch" brüllt das Publikum im Refrain.
Lustig wird es, als Sänger und Moderator Cem eine Lektion in richtiger Aussprache türkischer Namen erteilt, um dann den Mann auf die Bühne zu holen, der am Eingang die Stempel verteilt hatte: Özger Ersoy. Der legt im Stil von Carlos Santana ein Solo zu "Maria Maria" hin, aber nicht auf der E-Gitarre, sondern auf der E-Saz. Furios.
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Höhepunkt Medley
Nach gut anderthalb Stunden steuert das Mitsingkonzert auf seinen Höhepunkt zu: das Medley. So ein Medley gibt es bei jedem Konzert, immer zu verschiedenen Themen, mal war es sogar die Energiewende mit Songs, die unter anderem das Wort "Power" im Titel hatten. An diesem Abend ist es "Bunt". Und da konnten die drei Musiker aus dem Vollen schöpfen. Von "Yellow submarine" von den Beatles über "Blue highway" von Billy Idol bis zu "Für mich soll's rote Rosen regnen" von Hildegard Knef.
Am Ende noch zwei Zugaben und das Publikum wird mit einem großlettrigen "Peace Now!" in die Nacht entlassen, gut gelaunt, und viele sagen: Singen macht glücklich, gemeinsam singen noch glücklicher. Das stimmt und das ist deutlich zu spüren.
Sendung: rbb24 Inforadio, 07.07.2026, 08:55 Uhr
Audio: rbb24 Antenne Brandenburg, 07.07.2026, Andrea Handels
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