BMW M440d xDrive Cabrio im Fahrbericht: 340 PS starker Diesel, 700 Nm Drehmoment, Allradantrieb und offenes Verdeck in 18 Sekunden. Alle Daten im Test.
BMW schickt seinen stärksten Diesel-Sechszylinder ins offene 4er-Cabrio: 340 PS, 700 Nm Drehmoment und Tempo 100 in 5,0 Sekunden. Der Fahrbericht zum M440d xDrive im Test.
Ein Cabrio mit Dieselmotor und M-Schriftzug klingt zunächst nach einem Widerspruch. Wer offen fährt, will Sound, will Emotion, will im Zweifel den Sechszylinder-Benziner hören. BMW sieht das anders und bietet mit dem M440d xDrive Cabrio genau das an: einen 340 PS starken Selbstzünder in der komfortabelsten Karosserievariante der 4er-Baureihe. Und stellt den Testwagen dann in „giftgrün-metallic“ vor die Tür. Bei der Farbwahl gibt es kein Understatement.
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Konkurrenz gibt es dafür praktisch keine mehr. Mercedes bietet das CLE-Cabrio nur noch als 220d an, Audi hat sich aus dem Geschäft mit offenen Zweitürern komplett verabschiedet. Wer einen potenten Diesel ohne Dach will, landet zwangsläufig bei BMW.
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Mit dem Facelift des G23 wirkt die Front des M440d xDrive Cabrio etwas ruhiger als zuvor: Die BMW-Niere sitzt weiterhin senkrecht und mächtig im Blechkleid, ist aber nun von einer matten Chromspange eingefasst.
Während die meisten 4er ein Mesh-Gitter in der Niere tragen, bekommen M440i und M440d ein Gitter aus horizontalen Streben – ein kleines, aber sichtbares Unterscheidungsmerkmal der M-Performance-Modelle. Dazu kommen vertikal angeordnete LED-Elemente für Tagfahrlicht und Blinker in den Scheinwerfern, optional Matrix-LED-Licht mit blauen Einsätzen sowie Laserlicht-Heckleuchten, die BMW bislang dem M4 CSL vorbehalten hatte.
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Das eigentliche Ereignis bleibt aber das Verdeck. BMW nennt die Konstruktion Flächenspriegelverdeck: Vier feste, in Wabenstruktur gebaute Elemente sind mit Stoff überspannt und ergeben im geschlossenen Zustand eine nahezu fugenfreie, coupéhafte Silhouette. Gegenüber dem massiven Metall-Klappdach des Vorgängermodells ist diese Bauweise rund 40 Prozent leichter und im Vergleich zu klassischen Stoffverdecken spürbar leiser. In der Praxis dauert das Öffnen oder Schließen 18 Sekunden, und das lässt sich sogar während der Fahrt bis Tempo 50 erledigen. Wer an der roten Ampel steht und die Sonne kommen sieht, muss also nicht erst anhalten.
Der Kofferraum fasst mit geschlossenem Verdeck 385 Liter. Verstaut BMW das Dach im dafür vorgesehenen Kasten, bleiben immer noch 300 Liter übrig. Für einen Wochenendtrip zu zweit reicht das locker, die Rückbank lässt sich zudem komplett umklappen und schafft eine Durchreiche für sperrigere Gegenstände. Innen dominiert viel Leder, auch auf dem Armaturenbrett, dazu Carbon-Applikationen und Metallteile, die tatsächlich aus Metall bestehen und nicht nur so aussehen.
Die Verarbeitung wirkt sorgfältig, was bei einem Auto dieser Preisklasse eigentlich Grundvoraussetzung sein sollte, es aber nicht überall im Premiumsegment ist. Kleiner Wermutstropfen: Im unteren Bereich der Türverkleidungen verbaut BMW dünnes, innen nicht gedämmtes Hartplastik, das nicht ganz zum sonstigen Materialniveau passt.
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Bedienung und Infotainment
Das Cockpit wird vom großen Curved Display dominiert, das die Instrumentierung und den Infotainment-Bildschirm zu einer durchgehenden Glasfläche verbindet. Darauf läuft BMW Operating System 8.5 mit dem überarbeiteten iDrive samt QuickSelect-Funktion, die häufig genutzte Menüpunkte direkt anwählbar macht, statt sie in Untermenüs zu verstecken. Die Grafik ist klar strukturiert, die digitale Instrumentierung lässt sich in mehreren Ansichten konfigurieren. Ergänzt wird das Ganze um einen Sprachassistenten, der auf Zuruf Navigation, Klimatisierung oder Telefonie steuert, wobei die Sprachausgabe noch immer recht mechanisch klingt.
Das Lenkrad wurde beim Facelift ebenfalls überarbeitet und trägt nun beleuchtete Multifunktionstasten sowie Schaltwippen. Für die Navigation lässt sich optional eine Augmented-View-Anzeige ordern, die Kamerabilder mit eingeblendeten Richtungspfeilen kombiniert.
Wer möchte, kann zudem Glasapplikationen namens CraftedClarity für ausgewählte Bedienelemente bestellen, ein rein optisches Detail, das aber die Wertigkeit unterstreicht. Die Tasten für Verdeck und Nackenheizung sitzen praktisch in der Mittelkonsole, der Tempomat samt Abstandsregelung wird direkt am Lenkrad bedient. Im Fond gibt es eine eigene Klimazone und USB-Anschlüsse, das Windschott lässt sich griffbereit hinter der Rückbank verstauen.
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Motor, Antrieb und Verbrauch
Unter der Motorhaube arbeitet ein Dreiliter-Reihensechszylinder-Diesel mit Mildhybrid-Unterstützung. Der Verbrennungsmotor leistet 250 kW / 340 PS bei 4000 bis 4400 Umdrehungen. Der integrierte 48-Volt-Startergenerator steuert bei Bedarf bis zu 8 kW / 11 PS und 25 Nm bei, unterstützt beim Anfahren und rekuperiert beim Verzögern. Der M440d xDrive Cabrio beschleunigt in 5,0 Sekunden auf 100 km/h, bei 250 km/h regelt die Elektronik ab. Schade nur, dass der Vortrieb selbst auf trockener, völlig freier Strecke abrupt endet – und zwar schon dann, wenn der Tacho, bedingt durch die übliche Anzeigetoleranz, 254 km/h ausweist.
Was in Zahlen unspektakulär klingt, fühlt sich im Alltag anders an. Wer beschleunigt, spürt einen konstanten, fast schon brachialen Schub, ohne dass ein Turboloch oder hektisches Hochdrehen nötig wäre. Der Sound bleibt dabei zurückhaltend, nur ein tiefes, gleichmäßiges Brummen ist zu vernehmen. Für ein Cabrio, in dem viele Käufer genau diesen Sound suchen, ist das eine bewusste Charakterentscheidung von BMW.
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BMW gibt für den M440d xDrive Cabrio 6,0 bis 6,6 Liter auf 100 Kilometer nach WLTP an, das entspricht 157 bis 172 Gramm CO2 pro Kilometer. Im Testbetrieb wurden im Schnitt 6,2 Liter erreicht. Auf längeren Autobahnetappen mit zügigem Tempo sind es real eher acht bis neun Liter, das bleibt aber deutlich unter dem, was ein vergleichbar starker Benziner in diesem Fahrzeuggewicht verbraucht. Und bei einer Sparfahrt von 30 km in 30 min hat der 440d sogar nur 4,7 Liter verbraucht.
Der 59-Liter-Tank sorgt zusammen mit dem sparsamen Grundverbrauch für Reichweiten von rund 750 km. Einzig der AdBlue-Tank für die Abgasnachbehandlung muss in regelmäßigen Abständen nachgefüllt werden, wie bei jedem modernen Diesel dieser Leistungsklasse.
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Beim Fahrwerk setzt BMW auf einen Kompromiss, der in der M-Performance-Familie fast schon Tradition hat: ordentliche Agilität gepaart mit spürbarem Komfort. Serienmäßig ist ein M-Sportdifferenzial an der Hinterachse verbaut, das die Antriebskraft variabel zwischen den Hinterrädern verteilt und so auch bei forcierter Kurvenfahrt für Traktion sorgt. Optional lässt sich ein adaptives Fahrwerk ordern, das die Dämpfercharakteristik je nach gewähltem Fahrmodus anpasst.
Über den Fahrerlebnisschalter wechseln Sie zwischen komfortabel abgestimmten und deutlich sportlicheren Kennfeldern. Unabhängig vom gewählten Modus bleibt der M440d angenehm satt gefedert und vermittelt auch bei höherem Tempo eine gewisse Unerschütterlichkeit, nur im schärfsten Sport-Plus-Modus wird die Rückmeldung etwas unruhiger auf schlechten Straßen.
Der M440d xDrive Cabrio startet aktuell bei 86.200 Euro. Damit wird er preislich innerhalb der Baureihe nur noch vom offenen M4 übertroffen. Gegenüber dem M440i xDrive Cabrio, das bei 85.200 Euro beginnt, verlangt BMW für den Diesel also einen kleinen Aufpreis, den sich Käufer über die niedrigeren Verbrauchskosten auf lange Sicht zurückholen können. Zu Vergleich: Das günstigste Benziner-Cabrio ist der 420i (61.400 Euro), der günstigste Diesel als 420d startet bei 64.300 Euro.
Zur Serienausstattung der M-Performance-Cabrios gehören unter anderem das M-Sportdifferenzial, die variable Sportlenkung, das M-spezifische Exterieurdesign sowie Sportsitze. Wer zusätzlichen Komfort oder Sicherheit wünscht, muss bei BMW aber weiterhin genau in die Aufpreisliste schauen: Adaptives Fahrwerk, Matrix-LED-Scheinwerfer mit Laserlicht-Heckleuchten, die Augmented-View-Navigation oder die CraftedClarity-Glasapplikationen kosten alle extra.
Bei den laufenden Kosten schlägt sich der Diesel positiv nieder. Die Kfz-Steuer liegt bei rund 465 Euro im Jahr, und dank des niedrigeren Verbrauchs bleiben auch die Kraftstoffkosten im Rahmen des in dieser Leistungsklasse Erwartbaren. Der Wiederverkaufswert von BMW-Cabrios in dieser Preisklasse gilt traditionell als stabil, auch weil das Angebot an starken, offenen Sechszylindern inzwischen so überschaubar geworden ist.
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Der BMW M440d xDrive Cabrio ist ein Auto für Käufer, die wissen, was sie wollen: viel Drehmoment, entspannte Langstreckentauglichkeit und spürbar niedrigere Verbrauchswerte, ohne auf Allradantrieb, ein hochwertiges Interieur oder ein schnelles Verdeck verzichten zu müssen. Wer dagegen den emotionalen Sechszylinder-Sound sucht, für den offenes Fahren untrennbar dazugehört, wird eher zum M440i oder M4 greifen.
Als eigenständiges Angebot in einer Nische, die außer BMW kaum noch jemand bedient, funktioniert der M440d aber überraschend gut – kraftvoll, günstiger im Unterhalt und mit einem Komfort-Fokus, der zum Charakter eines Cabrios eigentlich besser passt, als es auf den ersten Blick scheint. Denn mit einem behäbigen Diesel hat das Auto wirklich nichts gemein.
Pluspunkte
Minuspunkte
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Motor: Reihensechszylinder-Diesel, Mildhybrid (48 Volt)
Hubraum: 2993 cm³
Leistung Verbrennungsmotor: 250 kW / 340 PS bei 4000 bis 4400 U/min
Leistung Elektromotor: 8 kW / 11 PS
Max. Drehmoment: 700 Nm bei 1750 bis 2250 U/min (+25 Nm elektrisch)
Getriebe: 8-Gang Steptronic Sport Automatik
Antrieb: xDrive Allradantrieb
0-100 km/h: 5,0 s
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (elektronisch abgeregelt)
Verbrauch kombiniert (WLTP): 6,0-6,6 l/100 km
CO2-Ausstoß: 157-172 g/km
Effizienzklasse: F
Tankvolumen: 59 Liter (plus AdBlue)
Leergewicht: 2055 kg
Zulässiges Gesamtgewicht: 2480 kg
Anhängelast gebremst / ungebremst: 1800 kg / 750 kg
Länge / Breite / Höhe: 4768 / 1852 / 1384 mm
Radstand: 2851 mm
Kofferraumvolumen: 385 l (Verdeck geschlossen) / 300 l (Verdeck offen)
Verdeckzeit: 18 Sekunden, bis Tempo 50 während der Fahrt
Grundpreis: ab 86.200 Euro (Stand Februar 2026)
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