Der Dax legt trotz neuer Trump-Zölle zu. Kursgewinne von SAP stützen den Index, während die Aktie von Volkswagen unter Druck gerät. In den USA setzt der Tech-Index Nasdaq 100 seine Talfahrt fort.
Der Dax legt trotz neuer Trump-Zölle zu. Kursgewinne von SAP stützen den Index, während die Aktie von Volkswagen unter Druck gerät. In den USA setzt der Tech-Index Nasdaq 100 seine Talfahrt fort.
24.07.2026, 18.00 Uhr
Auf und Ab an der Börse: Die wichtigsten Informationen zum Dax, Dow Jones, zu den Aktienkursen und den Ölpreisen
Foto: Westend61 / Getty ImagesEin Kurssprung beim Schwergewicht SAP hat den Dax am Freitag ins Plus gehievt. Der deutsche Leitindex notierte zum Handelsschluss auf dem Computersystem Xetra (17.30 Uhr) rund 1,4 Prozent höher und kletterte wieder über die Marke von 25.000 Punkten. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Plus von 1,1 Prozent. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Freitag um 0,9 Prozent hinauf. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,1 Prozent.
SAP baute als größter Dax-Gewinner seine Kursgewinne zeitweise bis auf 9,5 Prozent aus. In den USA starteten die Börsen zum Wochenschluss uneinheitlich – während der Dow Jones leicht zulegte, sackte der Techindex Nasdaq 100 weiter ab.
Nach dem Wegfall der alten Zölle schnitzt sich US-Präsident Donald Trump einen neuen Anlass für eine Fortsetzung seiner Zollpolitik: Die USA verhängten neue Zölle von 10 und 12,5 Prozent gegen 60 Handelspartner, darunter die Europäische Union. Die Maßnahme wurde mit angeblicher Zwangsarbeit begründet und trat am Freitagmorgen deutscher Zeit in Kraft. Ein vorübergehender weltweiter Zoll von 10 Prozent, für den es nach einem Urteil des Supreme Court keine Grundlage gibt, lief genau zum selben Zeitpunkt aus. Wenn es um Geldeinnahmen – ob staatlich oder privat – geht, kennt Trumps Kreativität keine Grenzen.
An der Dax-Spitze zogen die Papiere des Softwarekonzerns SAP um knapp 10 Prozent an. Der sogenannte Current Cloud Backlog, also der kurzfristige Cloud-Vertragsbestand, übertraf die Analystenerwartungen. Charles Brennan von Jefferies sieht darin ein Indiz für eine starke Auftragsentwicklung im zweiten Quartal. Die Kennziffer widerlege die zuletzt spürbare Zurückhaltung der Investoren. Die Aktie von SAP hat seit ihrem Rekordhoch zeitweise 50 Prozent an Wert verloren, nun setzte das Papier zu einer Erholung an.
Positive Nachrichten kamen auch von Atoss Software: Das Softwareunternehmen habe dank eines guten Cloud-Geschäftes bei der Profitabilität überrascht, sagte ein Händler. Die Papiere schnellten im Nebenwerteindex SDax um 7 Prozent nach oben.
Mit Blick auf die Autobranche hatte Volkswagen im zweiten Quartal noch weniger verdient als im ohnehin schon schwachen Vorjahreszeitraum. Zudem wurde der Umsatzausblick gekappt. Die Vorzugsaktien der Wolfsburger fielen am Dax-Ende um knapp 2 Prozent. Auch die Aktie von Infineon zeigte sich erneut schwach.
Die Anteilsscheine von Adidas büßten am Freitag ebenfalls ein. Als Begründung verwiesen Händler auf Enttäuschung, dass es am Vorabend eine Woche vor dem Quartalsbericht keine positiven Eckdaten von dem Sportartikelkonzern gegeben habe.
Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re hatte zwar im zweiten Quartal dank geringer Großschäden und guter Finanzgeschäfte überraschend viel Gewinn erzielt. Dennoch gaben die Papiere leicht nach. Die hohen Gewinne dürften im Gegenzug weiter auf die erzielbaren Rückversicherungsprämien drücken, schrieb die kanadische Bank RBC.
Wall Street: Nasdaq gibt weiter nachAn der New Yorker Wall Street hat sich am Freitag das Auf und Ab fortgesetzt. Anleger reagierten mit einer gewissen Erleichterung auf die wieder leicht rückläufigen Ölpreise. Im Technologie-Sektor herrschte ungeachtet der starken Quartalsbilanz von Intel weiter Vorsicht nach dem starken Lauf von Aktien mit KI-Bezug.
Der Dow Jones Industrial startete 0,2 Prozent höher mit 51.790 Punkten in den Handel, nachdem der bekannteste Wall-Street-Index am Donnerstag noch auf den tiefsten Stand seit einem Monat gefallen war. Im Wochenverlauf bahnt sich damit ein knapp einprozentiger Verlust an. Der überwiegend von Technologie-Aktien beherrschte Nasdaq 100 weitete seinen rund zweiprozentigen Vortagesverlust aus und fiel um 0,8 Prozent auf 28.217 Punkte. Bereits tags zuvor hatten Sorgen rund um den Megatrend Künstliche Intelligenz (KI) und die dafür notwendigen Investitionen belastet.
Dass die Ölpreise wieder sanken, begründeten Marktbeobachter mit Gewinnmitnahmen, denn die kriegerischen Auseinandersetzungen in Nahost gehen unvermindert weiter. Inzwischen versucht US-Präsident Donald Trump im Konflikt um die Straße von Hormus, den Druck auf den Iran zu erhöhen.
Entsprechend sehen Experten an den US-Börsen noch keine Rückkehr zu größerer Risikobereitschaft. Diesbezüglich basieren derzeit Hoffnungen vor allem auf der Fahrt aufnehmenden Berichtssaison. Nach den Sorgen, die am Vortag vom Google-Mutterkonzern Alphabet und dem Elektroautobauer Tesla bestärkt wurden, gab es nun Erfreulicheres von Intel, dennoch entschieden sich Anleger in der Techbranche eher für Gewinnmitnahmen.
Verluste in AsienDie wichtigsten Aktienmärkte in Asien haben am Freitag kräftig nachgegeben. Der jüngste Ölpreisschub im Zuge des Irankrieges schürt Konjunktur- und Inflationssorgen rund um den Globus und belastet damit die Aktienmärkte. Der japanische Nikkei 225 sackte zuletzt um 2,8 Prozent ab. Der CSI-300-Index mit den wichtigsten Werten der chinesischen Festlandbörsen büßte 1,2 Prozent ein, während der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong um 1,3 Prozent nachgab.
Nach dem sprunghaften Anstieg der Ölpreise infolge der Eskalation im Irankrieg liegt der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent weiter über der Marke von 100 US-Dollar. Zuletzt musste für Öl aus der Nordsee 100,33 Dollar je Barrel (159 Liter) gezahlt werden, etwas weniger als am Vortag.
Die Lage hatte sich Anfang des Monats wieder verschärft, nachdem Irans Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten. Die USA schlugen inzwischen die 13. Nacht in Folge mit Angriffen zurück. Seither hat der Brent-Preis um mehr als 40 Prozent zugelegt, nachdem er wegen einer Waffenruhe zwischen den USA und Iran zwischenzeitlich von seinem Jahreshoch von fast 130 Dollar bis auf rund 70 Dollar zurückgefallen war. Der jüngste Preissprung von rund 12 Dollar in der laufenden Woche wurde auch vom Eingreifen der mit Iran verbündeten Huthi-Miliz aus dem Jemen ausgelöst. Die hatte Angriffe auf zwei saudische Öltanker für sich reklamiert, die eine von ihr ausgerufene „Blockade“ im Roten Meer missachtet hätten.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Börse: VW-Aktie mit Kurssprung, Apple Aktie und Richemont auf Rekordhoch | 0 | 9.8 | 15-07-2026 |
| 2 | Börse: Dax über 25.000 Punkten, Qiagen-Aktie mit Kursrallye, Volkswagen gibt nach | 0 | 17.26 | 09-07-2026 |
| 3 | Börse: Dax dämmt Verluste nach US-Inflationszahlen, Evotec, SAP und IBM mit Verlusten | 0 | 10.02 | 14-07-2026 |
| 4 | Börse: SK Hynix mit Kurssprung bei Börsendebüt, ayer und VW im Minus | 0 | 7.19 | 10-07-2026 |
| 5 | Börse: Dax trotz Crash in Südkorea und Irankrieg leicht im Plus | 0 | 13.07 | 13-07-2026 |
| 6 | Börse: Dax trotzt Ölpreis-Anstieg, Airbus stützt den Leitindex, Siemens Energy unter Verkaufsddruck | 0 | 6.4 | 22-07-2026 |
| 7 | Siemens Energy Aktie und Infineon mit Kursrallye, Dax im Plus | 0 | 9.48 | 21-07-2026 |
| 8 | Tesla Aktie mit Kurssturz, Dax und Nasdaq mit deutlichen Verlusten an der Börse | 0 | 6.69 | 23-07-2026 |
| 9 | Börse: Bayer-Aktie mit Kursrallye, Dax im Plus | 2 | 7 | 02-07-2026 |
| 10 | Börse: Siemens Energy Aktie im Plus wegen UBS, Nasdaq mit Kursgewinnen | 2 | 6 | 20-07-2026 |